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UNO: Feuerpausen in Ost-Ghouta zu kurz, um zu helfen

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UNO: Feuerpausen in Ost-Ghouta zu kurz, um zu helfen

UNO: Feuerpausen in Ost-Ghouta zu kurz, um zu helfen
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Die syrische Armee hat am Mittwoch nach fünf Stunden Feuerpause ihre Angriffe auf die Rebellen-Enklave Ost-Ghouta fortgesetzt. Ein Ende der Gewalt für die 400.000 eingeschlossenen Menschen in Ost-Ghouta ist nicht in Sicht.

Die Hilfsteams der UNO stünden bereit, erklärte eine Sprecherin der Vereinten Nationen. Ein längeres Zeitfenster sei nötig, um die bereitstehenden Güter ins betroffene Gebiet zu bringen.

Auch die Hilfe für Verwundete – laut UNO etwa 700 - sei so kaum möglich, sagte die Sprecherin weiter. Fünf Stunden reichten nicht aus, um Verletzte zu finden, diese medizinisch zu stabilisieren, und sie schließlich in Sicherheit zu bringen.

Beim Antrittsbesuch des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz im Kreml sagte Russlands Präsident Wladimir Putin, ohne Zahlen zu nennen:

"Es ist uns gelungen, eine ziemlich große Gruppe von denen zu evakuieren, die dasGebiet verlassen wollten, aber eine zweite Gruppe, die bereitstand, konnte nicht gehen, weil die Militanten ihnen einfach nicht die Möglichkeit gaben."

"Wir in Russland kennen die Lage aus erster Hand, Mörsergranaten trafen sogar das Territorium der russischen Botschaft und die Handelsmission. Sollen wir das endlos tolerieren? Nein, natürlich nicht."

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WAFFEN-RUHE

Moskau und Damaskus werfen den Aufständischen vor, den humanitären Korridor zu beschießen.

Die der syrischen Opposition nahestehende syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet andererseits von heftigen Kämpfen zwischen Regierung und Rebellen kurz vor Beginn der verordneten Feuerpause. Assads Truppen sollen die Region mit Artillerie angegriffen haben. Beobachter meinen, um Geländegewinne zu machen.

Russland hatte vor zwei Tagen eine fünfstündige Waffenruhe und einen Evakuationskorridor verkündet - beides ist äusserst brüchig. Die Feuerpause soll täglich zwischen 9.00 und 14.00 Uhr (Ortszeit - 8.00 bis 13.00 Uhr MEZ) gelten.

Das von Aufständischen kontrollierte Ost-Ghuta hatte zuletzt eine der schwersten Angriffswellen der syrischen Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkriegs erlebt. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kamen in den vergangenen zehn Tagen rund 600 Zivilisten ums Leben.

Die UNO rief am Samstag zu einer landesweiten Waffenruhe von 30 Tagen auf.

Mit dem russischen Militäreinsatz in Syrien greift Russland seit dem 30. September 2015 vor allem mit Luftangriffen auf Seiten der Regierung Syriens in den Syrienkrieg ein. Ziel der Luftangriffe war nach russischen Angaben insbesondere die Terrormiliz Islamischer Staat. Kritiker haben den russischen Luftstreitkräften vorgeworfen, ihre Angriffe auf moderate Rebellengruppierungen zu konzentrieren. Später räumten russische Regierungsvertreter ein, dass der Militäreinsatz in Syrien darauf abzielt, dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad dabei zu helfen, möglichst viel Land von den Oppositionskämpfern zurückzuerobern.

su mit dpa