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Letzter weißer Nashornbulle "Sudan" ist tot

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Letzter weißer Nashornbulle "Sudan" ist tot

Letzter weisser Nashornbulle in Kenia
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REUTERS/Thomas Mukoya/File Photo
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Er hieß Sudan, und er war der letzte Nashornbulle seiner Art, den nördlichen Breitmaulnashörnern. Jetzt ist der 45-jährige Sudan tot. Wegen einer schweren, alterbedingten Krankheit musste er in Kenia eingeschläfert werden.

"Sein Zustand hat sich in den letzten 24 Stunden deutlich verschlechtert. Er konnte nicht aufstehen und litt sehr", teilte die Leitung des Artenschutzgebiets Ol Pejeta Conservancy mit, in dem der Sudan unter bewaffneter Bewachung lebte, um Wilderei zu verhindern.

Ol Pejeta CEO Richard Vigne beschrieb das Nashornmännchen im Gespräch mit euronews als "einen absolut liebenswerten Charakter", der "unglaublich zugänglich, sehr tolerant und geduldig gegenüber Menschen" gewesen sei.

Forscher haben einen Plan

2017 kreierten Naturschützer ein Profil für Sudan auf der Dating-App Tinder. Sie nannten ihn den "geeignetste Junggeselle der Welt". Sie hofften genug Spenden zusammenzubringen für eine künstliche Fruchtbarkeitsbehandlung, nachdem Versuche der natürlichen Vermehrung scheiterten.

Die Naturschützer hoffen nun, dass Sudan, der vor seinem Tod rund fünf Jahre unfruchtbar war, noch helfen kann, die Art doch noch zu erhalten.

Ol Pejeta erklärte man habe Sudan vor seinem Tod Genmaterial entnommen, mit dem eventuell eine künstliche Befruchtung möglich ist.

"Es ist ein wirklich komplexer Prozess - er wurde noch nie zuvor bei Nashörnern durchgeführt. Es dreht sich nun um die beiden verbliebenen Weibchen. Sie sind die letzte Quelle von Eizellen Weißer Nashörner auf der Erde", sagte Vigne.

Es gibt nur noch zwei weibliche Exemplare des sogenannten "Weißen" Nashorns, Sudans Tochter Najin sowie die Enkeltochter des verstorbenen Bullen.

Dabei werden den beiden verbliebenen Weibchen die Eizellen entnommen und mit dem Samen Sudans befruchtet, um Embryonen zu erzeugen, die schließlich von Südlichen Breitmaulnashörnern ausgetragen werden. Davon gibt es in Afrika noch rund 20.000 Tiere.

Modernste Technik soll dieses Vorhaben möglich machen.