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Video zeigt Todesfahrt des Uber-Roboterautos

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Video zeigt Todesfahrt des Uber-Roboterautos

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Die Polizei von Arizona hat ein kurzes Video des tödlichen Unfalls mit einem selbststeuernden Uber-Fahrzeug herausgegeben, aufgenommen von Überwachungskameras im Auto. Die Fußgängerin Elaine H. war am Sonntagabend (18. März) im Krankenhaus gestorben, nachdem sie von Ubers Testfahrzeug überfahren worden war, das im autonomen Modus mit einer Fahrerin hinter dem Lenkrad unterwegs war.

Die Fußgängerin schob ihr Fahrrad gegen 22.00 Uhr über eine vierspurige Straße, als sie überfahren wurde. Die Fahrerin im Auto war offensichtlich mit etwas Anderem beschäftigt und sah die Frau in allerletzter Sekunde. Eine Bremsreaktion von Mensch oder Maschine ist auf dem Video nicht zu erkennen.

Nach ersten Angaben der Polizei war das Fahrzeug autonom mit rund 64 Kilometern pro Stunde unterwegs. Der aus einem Volvo-SUV umgebaute Uber-Roboterwagen habe keine Anstalten gemacht, abzubremsen. Erlaubt waren auf dem Streckenabschnitt gut 56 Kilometer pro Stunde.

Uber stoppte vorläufig alle Testfahrten mit selbstfahrenden Autos. Das Unternehmen testet seine Roboterwagen auch in San Francisco, Pittsburgh und Toronto.

Es ist der erste tödliche Unfall eines autonomen Uber-Autos. Das National Transportation Safety Board untersucht den Unfall.

DRUCK DER INDUSTRIE AUF GESETZGEBER

Über den Einzelfall hinaus geht es auch um die möglichen Folgen für unsere Zukunft mit selbstfahrenden Autos. In den USA laufen die Verhandlungen um zeitgemäßere Regeln für Roboterwagen auf Hochtouren. Erst in der vergangenen Woche hatte eine Lobby-Initiative um Uber und die Google-Schwester Waymo die Politik aufgefordert, die veralteten Gesetze rasch zu ändern und den Weg für die Technologie weiter freizumachen.

Während die landesweite Gesetzgebung für selbstfahrende Autos noch in der Abstimmung steckt,
wetteifern einzelne Bundesstaaten wie Kalifornien oder Arizona darum, die Firmen mit ihren Roboterwagen anzulocken. Rund um das Silicon Valley haben mehr als 40 Unternehmen Lizenzen für den Testbetrieb bekommen - und zuletzt erlaubte Kalifornien auch grundsätzlich den Betrieb komplett vom Computer gesteuerter Autos ohne Lenkrad und Pedale.
Bisher dominierte in der öffentlichen Meinung der Glaube an die Technik. Und es setzte sich klar die Idee durch, dass sie gut für die Gesellschaft sei: Über 90 Prozent der Unfälle würden von Menschen
verursacht, ohne Robotertaxis drohe der Verkehrsinfarkt in Megacities.

In Deutschland wurde im vergangenen Jahr ein Gesetz beschlossen, das hoch- und vollautomatisiertes Fahren grundsätzlich erlaubt - solange ein Mensch am Steuer sitzt und eingreifen kann.

su mit dpa