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Wie Europas 'lokaler' Fleischkosum Wälder in Südamerika zerstört - Bericht

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Wie Europas 'lokaler' Fleischkosum Wälder in Südamerika zerstört - Bericht

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Ecostorm/Jim Wickens
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"Lokales" europäisches Fleisch kann für die Entwaldung in Teilen Südamerikas verantwortlich sein, wie aus einem Bericht der NGO Mighty Earth hervorgeht.

Satellitenbilder im Zeitraffer von Google Earth Engine zeigen, wie die Sojaproduktion für Tierfutter den südamerikanischen Regenwald zerstört.

Mighty kommt zu dem Ergebnis, dass die europäische Fleischindustrie teilweise für die Entwaldung verantwortlich ist, weil sie massive Mengen Soja zur Fütterung von Vieh importiert.

Mitglieder der NGO reisten zu Sojaplantagen in Argentinien und Paraguay, um sich ein Bild davon zu machen, wie schlimm die Verwüstungen durch die Soja-Monokultur sind.

Jim Wickens, Ecostorm/ Mighty Earth

Sie besuchten den Gran Chaco, der von Nordargentinien bis in den Westen Paraguays und in den Süden Boliviens reicht. Dort sprachen sie mit Menschen in örtlichen Gemeinden, die berichteten, wie Herbizide zur Bewässerung der Sojaplantagen ihre Wasserquellen und ihr Vieh vergiften.

"Die toten Tiere waren nicht das Schlimmste", sagte ein Einheimischer gegenüber Might Earth. "Wir haben mehr gelitten. Die meisten Kinder wurden krank. Jeder. Ich habe einen Sohn, er ist 19.... ein 15-jähriges, ein 3-jähriges Mädchen und einen 1-jährigen Junge. Die Jüngsten haben am meisten gelitten." Sie bekamen Hautausschläge, Magenprobleme und Anämie und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Anahita Yousefi, Leiterin der Kampagne bei Mighty Earth, sagte Euronews: "Vor zwölf Jahren führte Greenpeace eine Kampagne über die Verwendung von Soja aus dem Amazonas-Regenwald durch, das von McDonald's genutzt wird. Es ist ein gutes Beispiel für die Auswirkung, die wir uns erhoffen."

"Europa sollte die Rückverfolgbarkeit der Tiernahrung verbessern. Es gibt eine Lücke in den EU-Vorschriften."

Die NGO sprach auch mit Experten, die sagten, die Abholzung bedrohe die lokale Biodiversität der Region. Sie ist Heimat indigener Gemeinschaften, die wenig Kontakt zur Außenwelt haben und vom Wald abhängig sind, um zu jagen etwa. Auch seltene Spezies wie das Kleines Borstengürteltier, Jaguare und den Großen Ameisenbär sind in dem Wald heimisch und somit bedroht.

Euronews hat sich an Carrefour - einen europäischen Supermarkt, der im Bericht erwähnt wird - und an den Verband der europäischen Futtermittelhersteller für Stellungnahmen gewandt.

Stellungnahmen

In einem Bericht über die Entwaldung sagte Carrefour, dass bereits Schritte unternommen werden, um die Auswirkungen der Sojaproduktion auf die südamerikanischen Wälder zu verringern.

Dazu gehören die Entwicklung von Futteralternativen auf der Basis von gentechnikfreiem Pflanzeneiweiß und die Unterstützung von Initiativen zur Förderung der Sojaproduktion, die nicht aus abgeholzten Feldern stammt. Die Supermarktkette fügte hinzu, dass mehr als 350 Produkte, die mit einem Carrefour-Gütesiegel verkauft werden, mit gentechnikfreiem Soja gefüttert werden, dessen Herkunft zurückverfolgt werden kann.

Carrefour sagte, dass sie das Moratorium für Amazonas-Soja unterstützen und die gleiche Art von Gesetzen für andere Ökosysteme fördern.

Der Europäische Verband der Futtermittelhersteller teilte Euronews mit, dass sie derzeit an einer Position zur Anholzung durch in Europa verfüttertes Soja arbeiten.