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Zuckerberg vor dem Kongress

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Zuckerberg vor dem Kongress

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Auf dem Höhepunkt seiner wochenlangen Entschuldigungstour nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica und die unerlaubte Auswertung von 87 Millionen Nutzerprofilen stellt sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg jetzt an zwei Tagen dem US-Kongress. Im Vorfeld hatte es schon informelle Besuche bei einflussreichen Abgeordneten gegeben. Zuckerberg ist als Zeuge zu Sitzungen im Senat und des US-Abgeordnetenhauses geladen. Kritische Senatoren zeigten sich skeptisch, ob man ohne striktere Gesetze für Online-Plattformen auskommen könne - es droht eine schärfere Regulierung durch den Kongress.

Der demokratische Senator von Florida, BILL NELSON mahnt:

"Wenn wir nicht auf soziale Medien wie Facebook aufpassen und auf die Fehler achten, die sie in der Vergangenheit gemacht haben, dann wird bald kein Amerikaner mehr eine Privatsphäre haben."

Facebook Chef ZUCKERBERG gibt sich einsichtig und erklärte schriftlich:

"Es ist jetzt klar, dass wir nicht genug getan haben, um zu Schaden durch diese Werkzeuge zu verhindern. () Das gilt für gefälschte Nachrichten, ausländische Einmischung in Wahlen oder Hatespeech. Und es gilt für die Entwickler und den Datenschutz. Wir haben unsere Verantwortung nicht in Gänze erkannt, und das war ein großer Fehler."

JESSI HEMPEL ist Redakteurin des renommierten WIRED:

"In dieser Woche wird nicht wichtig sein, was Mark sagt, das haben wir alles schon einmal gehört. Die Frage ist, wie er es sagt. Facebook muss beweisen, dass es vertrauenswürdig ist."

Facebook wollte ab Montag damit zu beginnen, die Nutzer zu informieren, deren Daten möglicherweise mit Cambridge Analytica geteilt worden waren.

KAREN NORTH, Professorin für Soziale Medien an der University of Southern California (USC) meint, dass Zuckerberg vor einer harten Herausforderung stehe:

"Facebook und Mark Zuckerberg sind in einer wirklich prekären Lage, weil sie nicht nur die Aufmerksamkeit der Gesetzgeber erregt haben. Dazu kommt, dass die Öffentlichkeit sehr verärgert darüber ist, was als Verletzung unserer Privatsphäre oder als Verletzung unserer Daten empfunden wird. Er wird erklären müssen, das er in einem naiven Versuch, Menschen dabei zu helfen, ihr Leben miteinander zu teilen, zu viel vom Privatleben dieser Menschen preisgegeben hat."