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Nach Journalistenmord: Slowakischer Polizeipräsident tritt zurück

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Nach Journalistenmord: Slowakischer Polizeipräsident tritt zurück

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Der slowakische Polizeipräsident Tibor Gasparhat seinen Rücktritt erklärt - das knapp zwei Monate nach dem Mord an dem Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten. Gaspar werde seine Funktion aber noch bis 31. Mai behalten, um eine problemlose Amtsübergabe zu ermöglichen, so der neue Regierungschef Peter Pellegrini.

"Wir haben uns darauf geeinigt, dass dieser Schritt notwendig ist, um die Lage zu beruhigen und die Polizei von dem auf ihr lastenden Druck und den Zweifeln an ihrer Unbefangenheit zu befreien", sagte Pellegrini in Anwesenheit von Gaspar vor der Presse.

Kurz vor der Bekanntgabe hatte der Polizeichef einen Amtsverzicht noch öffentlich ausgeschlossen. Am selben Tag hatte aber der sozialdemokratische Regierungschef Pellegrini provisorisch das Amt des am Montag zurückgetretenen Innenministers Tomas Drucker selbst übernommen. Er kündigte an, dass er schnell für Ordnung im Ressort sorgen wolle.

Mit dem Rücktritt gibt der Polizeichef dem öffentlichen Druck nach: Seit Wochen demonstrieren Zehntausende Menschen in der Slowakei, um eine unabhängige und transparente Untersuchung des noch nicht aufgeklärten Doppelmordes sowie den Amtsverzicht Gaspars zu fordern.

Das Verbrechen stürzte das EU-Land in eine schwere innenpolitische Krise. Hochrangige Politiker, darunter Langzeit-Regierungschef Robert Fico, sind bereits im Zuge von Massenprotesten zurückgetreten. Kuciak hatte Kontakte von Regierungsmitarbeitern zu mafiösen Organisationen und anderen zwielichtigen Geschäftsleuten untersucht.