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Nach Diesel-Razzia: "Hochrangiger" Porsche-Manager in U-Haft

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Nach Diesel-Razzia: "Hochrangiger" Porsche-Manager in U-Haft

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Der Mann sei wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr verhaftet worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Stuttgart. Im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre hatten Einsatzkräfte mehrere Porsche-Standorte durchsucht, darunter die Zentrale in Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach. Nach Medienberichten ("Bild") handelt es sich um den Porsche-Motorenchef Jörg Kerner. Im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre hatten Einsatzkräfte am Mittwoch mehrere Porsche-Standorte durchsucht, darunter die Zentrale in Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach. Hintergrund sind mögliche Manipulationen bei der Abgasreinigung von Dieselautos. Porsche weist die Vorwürfe zurück.

Neben dem verhafteten Manager werden auch ein aktuelles, namentlich aber nicht genanntes Vorstandsmitglied und ein früherer Mitarbeiter beschuldigt. Porsche-Chef Oliver Blume informierte die Mitarbeiter in einem Schreiben über den Stand der Ermittlungen, die seit dem vergangenen Sommer laufen.

Die VW-Tochter Porsche selbst entwickelt und produziert keine Diesel-Antriebe und laut Blumes Schreiben auch nicht die dafür benötigte Steuerungs-Software. In den großen Geländewagen stecken Audi-Motoren, deshalb waren die Ermittler am Mittwoch auch an zwei Standorten der Konzernschwester vorstellig geworden.

Bereits seit September 2017 sitzt ein früher für Audi als Motorenentwickler tätiger ehemaliger Porsche-Vorstand in Untersuchungshaft. «Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Beschuldigten und Porsche vor, wir hätten Kenntnis davon gehabt, dass in diesen Motoren unzulässige Steuerungsgeräte verbaut gewesen seien», schrieb Blume.

UNZULÄSSIGE ABSCHALTEINRICHTUNG

Porsche hatte 2017 rund 21 500 Exemplare des Geländewagens Cayenne wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung der Abgasreinigung zurückrufen müssen, zeitweise galt ein Zulassungsverbot. Das Modell Macan wird zudem schon zum zweiten Mal für Software-Updates in die Werkstätten gerufen.

Vor gut einer Woche hatte der Mutterkonzern Volkswagen überraschend einen Konzernumbau verkündet, Vorstandschef Matthias Müller wurde abgelöst. Der ehemalige Porsche-Chef war im Spätsommer 2015 – auch wegen des Abgasskandals - auf Martin Winterkorn an der Spitze des VW-Konzerns gefolgt. Kürzlich noch hatte er sein hohes Gehalt gerechtfertigt ("Süddeutsche Zeitung") - 10,2 Millionen Euro im Jahr 2017 - mit dem Argument, Manager stünden ja ohnehin stets mit einem Bein im Gefängnis.

su mit dpa