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Amokfahrt von Toronto: Was wir bisher wissen

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Amokfahrt von Toronto: Was wir bisher wissen

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Was ist passiert?

Das Drama begann kurz vor 13 Uhr 30 am Montag, während zahlreiche Menschen im Sonnenschein durch den nördlichen Vorort der kanadischen Stadt Toronto flanierten. Die Gegend gilt als wohlhabend und multi-kulturell.

Ein weißer Lieferwagen fuhr nach Polizeiangaben in der Yonge Street auf einen Bordstein, und raste rund 2 Kilometer die Straße entlang, in dem er zwischen Bürgersteig und Straße hin- und herschwenkte und dabei zahlreiche Menschen umpflügte.

Augenzeugen berichten von "Menschen, die durch die Luft geschleudert wurden", während der Fahrer "alles erwischte", was ihm im Weg stand.

Was wissen wir über die Opfer?

Am Dienstag Morgen belief sich die Zahl der Todesopfer auf zehn, weitere 15 Menschen sind verletzt. Am Dienstag Morgen gab es noch keine Informationen, um wen es sich bei den Toten handelt.

Wer ist der Verdächtige?

Bei dem festegenommenen Verdächtigen handelt es sich um den 25 Jahre alten Alek Minissian. Er war den Behörden vor der Tat nicht bekannt.

Er soll aus dem nahegelegenen Vorort Richmond Hill stammen. Frühere Klassenkameraden sagten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass der junge Mann neben dem normalen Unterricht an einem Programm für Kinder mit "besonderen Bedürfnissen" teilgenommen habe. Eine Person beschrieb ihn als "nicht sozial", aber als "absolut harmlos".

Minissian ist inzwischen von der Polizei befragt worden und soll am Dienstag vor Gericht erscheinen.

Wie wurde der Verdächtige gestellt?

Der Verdächtige wurde eine halbe Stunde nach der Tat einige Blöcke vom Ort des Geschehens entfernt, festgenommen.

Ein veröffentlichtes Amateurvideo zeigt die Festnahme aus einer Entfernung von rund 50 Metern. Ein schwarz gekleideter Mann steigt aus einem weißen Lieferwagen und richtet einen Gegenstand, möglicherweise eine Waffe, auf den ihm gegenüber stehenden Polizisten.

Auch der Beamte hält eine Waffe auf den Verdächtigen, der Verdächtige soll angeblich "Töten Sie mich!" gerufen haben. Der Polizist antwortet "Nein, legen Sie sich hin!"

Drei Passanten laufen am Geschehen vorbei, offensichtlich sind sie sich nicht der angespannten Situation bewusst.

Der Polizist schießt nicht - eine Tatsache, die vielfach gelobt wurde - sondern steuert auf den Verdächtigen zu, der Schritt um Schritt zurückweicht und dann von mehreren Beamten überwältigt werden kann.

Was wissen wir von den Behörden?

Nach Angaben des US-ameriknischen Nachrichtensenders NBC News untersuchen die US-amerikanischen und kanadischen Strafverfolgungsbehörden derzeit, ob der Verdächtige an einer psychischen Störung leidet. Davon wird aufgrund der Voruntersuchungen derzeit ausgegangen.

Ein Motiv für die Amokfahrt ist nach Polizei- und Regierungsangaben ist nicht bekannt.

"Es ist sehr eindeutig, allgemein betrachtet, dass die Tat so aussah, als ob sie absichtlich geplant worden sei", sagte der Polizeichef von Toronto Mark Saunders in einer nächtlichen Pressekonferenz. Über den Verdächtigen sagte er: "Es gibt keine Akte über ihn. Wir haben alles durchgescannt, aber wir haben derzeit nichts zu ihm gefunden..."

Der kanadische Minister für Öffentliche Sicherheit Ralph Goodale sagte, dass es keine Hinweise auf eine Verbindung zum Terrorismus gibt.

Der kanadische PremierministerJustin Trudeau nannte den Übergriff eine "tragische und sinnlose Attacke", er sprach den Angehörigen der Getöteten sein herzliches Beileid aus. Seine Gedanken seien bei den Verletzten, denen er schnelle Genesung wünschte. Er dankte auch den Einsatzkräfte, die mit "Mut und Professionalität" eingegriffen hätten.