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Kampf gegen den Terrorismus in Niger

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Kampf gegen den Terrorismus in Niger

Kampf gegen den Terrorismus in Niger
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Niger spielt zunehmend eine zentrale Rolle im weltweiten Kampf gegen den Dschihadismus, da sich die terroristische Bedrohung vom Nahen Osten nach Afrika verlagert hat. Die Spezialeinheiten werden von westlichem Militärpersonal unterstützt.

Die Doktrin besteht darin, die Dschihadisten in ihren eigenen Wüstengebieten, sogar über die Grenzen Nigers hinweg, zurückzudrängen und schließlich zu zerstören. Dazu Generalmajor J. Marcus Hiks, vom USA Special Operations Command Africa:

"Alle meine afrikanischen Partner werden ihnen sagen, dass der Zusammenbruch von Libyen die Ursache für die Instabilität in der Region ist. Der Strom von Waffen und Milizen hat Nord-Mali destabilisiert und ernährt die terroristischen Gruppen in der Sahelzone".

Westlichen Strategen zufolge könnte Niger zum Knotenpunkt des Dschihadismus werden. Die USA verstärken ihre Präsenz, zusammen mit Frankreich, der ehemaligen Kolonialmacht in diesem Gebiet, Deutschland, Großbritannien, Italien und anderen westlichen Ländern.

Sie zielen darauf ab, die illegale Einwanderung einzudämmen und den Dschihadismus zu beseitigen, zwei relativ assoziierte Phänomene, die laut Militäranalysten die Stabilität Europas untergraben:

"Traditionelle extremistische Gruppen benutzen die Immigranten für ihre Zwecke. Sie sind sehr verletzlich und können leicht rekrutiert werden. Sie profitieren von den Migrationsströmen im Land".

Das Ziel der Regierung und ihrer westlichen Unterstützer besteht auch darin, die Grenzen zu Libyen zu schließen. Menschenhändler und Terroristen benutzen die gleichen Wege und teilen oft das gleiche Geschäft.

Dazu Kalla Moutari, der nigerianische Verteidigungsminister:

"Die Wirtschaftskriminalität ernährt den Terrorismus. Einwanderer aus Libyen kommen oft mit Waffen zurück. Es sind dieselben, die auch mit Drogen handeln".

Beim Kampf gegen den Terror geht es auch darum, sich auf lokale Strafverfolgungsstrukturen zu verlassen, so Sam Pineda vom US-Außenministerium:

"Wenn Grenzschutzkräfte zum Beispiel Menschen aufnehmen, können sie diese Leute den zivilen Institutionen überstellen. Sie können Untersuchungen durchführen und sie können Rechtsstaatlichkeit konstruieren".

Die Red Horses, die technische Einheit der US-Airforce, baut in Agadez ein Flugfeld, das ab Anfang 2019 einsatzbereit sein soll. Es wird formell ein Luftwaffenstützpunkt von Niger sein, aber die USA werden es für ihre eigenen Militärflugzeuge benutzen.

Der Flugplatz von Agadez soll künftig Startplatz der US-amerikanischen Drohnen werden. Geplant sind Aufklärungsflüge, aber auch Kampfeinsätze.

Ein Teil der Zivilgesellschaft in Niger ist gegen die Präsenz ausländischer Armeen. Viele sind der Ansicht, dass Niger in der Zukunft eine Art Afghanistan in Afrika werden könnte. Dazu der Aktivist Kaka Touda:

"Sie machen Operationen, sie haben Drohnen, sie haben Flugzeuge, die eingreifen und sie haben Soldaten auf dem Boden, die ebenfalls eingreifen. Solange die Bevölkerung nicht auf ihrer Seite ist, ist es schwierig. Ich denke, solange sie im Land kein Vertrauen geschaffen haben, wird es nicht funktionieren".

Die Europäische Union ist besonders besorgt. Es geht um das überleben Europas. Brüssel ist der Ansicht, dass Terrorismus und illegale Einwanderung zu einer tödlichen Mischung für die eigene Stabilität werden könnten.

So auch Raul Mateus Paula, der EU-Botschafter für Niger:

"Die Sicherheit ist ein wichtiger Teil des europäischen Lebens. Diese Terroristen gefährden die Sicherheit, durch Anschläge und durch Drogenhandel".

Die Sahelzone ist zum Spielball der Großmächte geworden. Polizei- und Militärmissionen sollen Europa vor Terrorismus, illegaler Einwanderung und Kriminalität schützen. Aber die Bevölkerung fordert wirtschaftliche Entwicklung.

Die EU und die USA müssen beweisen, dass Sicherheit und Entwicklung kompatibel sind.