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Der Unerwünschte darf zurück - Lars von Trier (62) in Cannes

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Der Unerwünschte darf zurück - Lars von Trier (62) in Cannes

Der Unerwünschte darf zurück - Lars von Trier (62) in Cannes
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Der Däne Lars von Trier hatte 2011 mit Nazi-Äußerungen für einen Skandal gesorgt, als er bei einer Pressekonferenz zu seinem Film "Melancholia" erklärte, er sympathisiere "ein bisschen" mit Hitler.

Wegen seiner wirren Sympathiekundgebung für den Diktator wurde der für Provokationen bekannte Filmemacher von der Festivalleitung damals zur "persona non grata" - zur "unerwünschten Person" erklärt worden.

Nun darf er wieder ins Ranpenlicht mit seinem jüngsten Werk "The house that Jack built". Der Film mit den Stars Matt Dillon, Bruno Ganz und Uma Thurman erzählt von einem Serienmörder und läuft außer Konkurrenz.

Nüchtern keine Filme

Der Eklat ist als einer der ganz grossen Skandal in die Geschichte des Festivals eingegangen. Sogar Zeitungen im eigenen Land beschimpften von Trier anschließend als "hemmungslos" und "größenwahnsinnig", obwohl sich der Regisseur für die als dummen Scherz gemeinten Aussagen entschuldigte.

Es folgte eine längere Rede- und Schaffenspause. Später berichtete der Regisseur In der dänischen Zeitung "Politiken" von Depressionen und Alkoholsucht - und seiner Angst davor, nüchtern keine Filme machen zu können. Erst zu seim 60. Geburtstag wagte er sich trotzdem wieder an einen neuen Film. "The House That Jack Built". Es ist das erste Projekt des Filmemachers seit dem zweiteiligen Sexxdrama "Nymphomaniac" mit Charlotte Gainsbourg.

Lange genug bestraft

Dabei gehörte von Trier von Anfang zu den Dauergästen im Wettbewerb von Cannes, von seinem Debüt "The Element of Crime"(1984) über den Dogma-Film "Idioten" (1998) und den mit dem Grand Prix der Jury ausgzeichneten Drama "Breaking the Waves" (1996) bis hin zu "Dancer in the Dark" (2000) mit der isländischen Sängerin Björk, für den er die Goldene Palme bekam.

Schon vor einiger Zeit hatte das Filmfest bekanntgegeben, dass von Trier in diesem Jahr wieder nach Cannes eingeladen werde. Die Mitglieder des Festivalgremiums hätten sich nun entschieden, dass er lange genug bestraft worden sei, sagte Festivalleiter Thierry Frémaux Anfang Mai. von Trier habe Witze über Dinge gemacht hat, über die man keine Witze mache, er sei aber kein Antisemit, nicht anti-jüdisch und kein Nazi.

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