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Öffentlicher Rundfunk: Die Gebühren in Europa im Vergleich

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Öffentlicher Rundfunk: Die Gebühren in Europa im Vergleich

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In Deutschland diskutiert das Bundesverfassungsgericht über den Rundfunkbeitrag. In der Schweiz hat sich die Mehrheit der Einwohner in einer Volksbefragung gegen die Abschaffung der Gebühren ausgesprochen. Und wie sieht das in anderen Ländern aus?

Während die Rundfunkabgabe bis 2010 in den meisten Ländern noch davon abhing, ob es im Haushalt ein Empfangsgerät gab, ist die Abgabe heute vielerorts unabhängig von der Inanspruchnahme einer Leistung.

Die Eidgenossen müssen europaweit mit Abstand am tiefsten in die Tasche greifen für ihren öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR). Umgerechnet rund 418 Euro werden pro Haushalt fällig.

Dennoch haben sich Anfang März 71,6 Prozent der Schweizer bei der "No Billag"-Initiative gegen die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren ausgesprochen.

In Ungarn und auf Zypern wurden die Rundfunkgebühren dagegen abgeschafft, in Griechenland muss jeder Haushalt pro Monat drei Euro bezahlen - die geringsten Gebühren in Europa. Wie in Italien wird der Beitrag über die individuelle Stromrechnung abgewickelt.

Vergleichsweise teuer ist das öffentliche Rundfunkangebot auch in den skandinavischen Ländern. In Dänemark muss jeder Haushalt für einen Fernseher oder einen internetfähigen PC umgerechnet rund 29,58 Euro pro Monat bezahlen, in Norwegen 25,80 Euro und in Schweden 20,37 Euro.

In Finnland ist der Beitrag dagegen abhängig vom Einkommen (0,68 Prozent der Gesamteinkünfte).

In Großbritannien werden für Gebührenzahler, die noch einen Schwarz-Weiß-Fernseher nutzen, nur ein Drittel der Kosten fällig.

Für Spanien werden die Rundfunkgebühren über die Einkommensteuer abgewickelt und sind unabhängig davon, ob im Haushalt ein Empfangsgerät zur Verfügung steht. Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 werden die Gebühren auf 38,90 € pro Jahr - allerdings pro Einwohner - geschätzt.

Für das öffentlich-rechtliche Radio bezahlen Beitragszahler nur in der Schweiz, Österreich und Deutschland.