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Türkische Lira weiter auf Talfahrt

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Türkische Lira weiter auf Talfahrt

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Die Talfahrt der türkischen Lira setzt sich trotz der Leitzinsanhebung in dieser Woche fort. Seit Jahresbeginn hat die türkische Währung gegenüber Dollar und Euro rund 20 Prozent an Wert verloren. Im Januar kostete ein Dollar 3 Lira 75. Jetzt muss eine Lira mehr gezahlt werden.

Grund für den Wertverlust sind laut Analysten Präsident Erdogans Pläne, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu beschränken. Peter Dixon ist Global Financial Economist bei der Commerzbank: "Es gibt mehr und mehr Anzeichen darauf, dass die Erdogan-Regierung nicht nur in der Politik härter durchgreift, sondern auch die Wirtschaftspolitik ganz allgemein und insbesondere die Zentralbank ins Visier genommen hat. Die Märkte reagieren ängstlich auf das Ausmaß der Einflussnahme der Regierung auf die Politik der Zentralbank. Das ist sicher einer der Gründe für den Wertverlust der Lira."

Touristen, die mit Dollars oder Euros in der Tasche in die Türkei reisen, profitieren von günstigen Preisen. Türkische Unternehmen dagegen leiden unter dem schwachen Wechselkurs der Landeswährung, wenn ihre Kosten in Dollar oder Euro abgerechnet werden.

"Natürlich haben wir Geld verloren", so der Einzelhändler Cuneyt Sipahi . "Wir zahlen unsere Miete in Dollar und wir handeln mit Gold, dessen Preis in Dollar berechnet wird. Wir zahlen 5.000 Dollar Miete. Im vergangenen Jahr betrug das 17.000 Lira, aber bald werden wir 25.000 Lira zahlen müssen. Dadurch haben wir sehr viel Geld verloren."

Präsident Erdogan ist im Widerspruch zur gängigen Wirtschaftslehre der Meinung, dass höhere Zinsen nicht zu weniger sondern zu mehr Inflation führen. Am 24 Juni stellt er sich zur Wiederwahl.