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Euronews auf Italientour: Wer wählt die Lega?

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Euronews auf Italientour: Wer wählt die Lega?

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Euronews ist seit einigen Tagen unterwegs in Italien. Unsere Station diesmal: Macerata, eine Stadt in der Nähe von Ancona, die traditionell links wählt. Doch bei der vergangenen Wahl bekam die rechtspopulistische Lega hier 20% der Stimmen. In den vergangenen Monaten hatten Übergriffe und Auseinandersetzungen zwischen Anwohnern und Einwanderern den Konflikt angeheizt.

Euronews-Reporterin Elena Cavallone sprach mit einem Mann, der früher überzeugter Sozialist war und nun für die Rechtspopulisten stimmt: Er sei zwar gegen die illegale Einwanderung, aber nicht gegen Menschen, die in Not seien, intelligente Menschen, die in Italien lebten.

Hartnäckige Vorurteile

Paolo Bagorio arbeitet für die Nichtregierungsorganisation "Solidarietà Umana", die Asylbewerbern hilft, sich besser zu intergrieren. Mit Erfolg, einige Einwanderer fanden eine Anstellung. Doch Vorurteile halten sich hartnäckig.

"Die Menschen denken zum Beispiel, Migranten sind für Drogen verantwortlich. Dann sage ich, dass das nicht stimmt. Aber die Leute denken, ich erzähle Unsinn, obwohl ich es belegen kann," sagt Bagorio.

Erfolgsrezept der Lega

"Italien first", viele alteingesessene Italiener können sich offenbar mit dieser Aussage identifizieren. Doch die Lega hat auch ungewöhnliche Anhänger und Mitglieder: Paolo Diop zum Beispiel. Er stammt aus dem Senegal. Diop ist der Beauftragte für Einwanderung der rechtspopulistischen Partei. "Wir können nicht alle aufnehmen. Wir helfen, wo wir helfen können, aber wir müssen auch an jene Italiener denken, die es derzeit sehr schwer haben. Natürlich geht es auch um den Schutz der Menschen, die zum Opfer von Kriminellen werden," sagt Diop.

Euronews-Reporterin Elena Cavallone in Macerata: "Hier wie auch anderswo in Italien scheint die Lega eine Lücke auszufüllen und von der Unzufriedenheit der Menschen mit der Linken zu profitieren angesichts von Unsicherheiten und Schwierigkeiten in einem Land, das versucht, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen."