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WM-Fluch trifft Deutschland - Wer sind die anderen Opfer?

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WM-Fluch trifft Deutschland - Wer sind die anderen Opfer?

Verzweifelte Fans nach der deutschen Niederlage gegen Südkorea.
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REUTERS/John Sibley
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Deutschland gewann die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, beendete aber nach einer überraschenden 0:2-Niederlage gegen Südkorea am Mittwoch die Gruppenphase. Die Mannschaft von Joachim Löw hätte nur ein Tor gebraucht, um in das Achtelfinale einzuziehen - doch zwei Tore der asiatischen Mannschaft bestätigten den WM-Fluch.

Die deutsche Elf schließt sich vier Ländern an - davon drei europäisch - , die nach dem Sieg der Trophäe in der Gruppenphase der darauffolgenden WM ausgeschieden sind.

Wie alles begann

Italien war die erste Mannschaft, die eine Weltmeisterschaft gewann und dann beim folgenden Turnier in der Gruppenphase ausschied.

Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1934 und 1938 dauerte es 12 Jahre bis zur nächsten Weltmeisterschaft. Der Grund: Der Zweite Weltkrieg.

Die Tragödie traf dann die neue italienische Mannschaft, als die Superga-Flugkatastrophe das Leben der gesamten Turiner Fußballmannschaft forderte, deren Spieler den größten Teil der Azzurri ausmachten.

Der Absturz ereignete sich ein Jahr vor der Weltmeisterschaft 1950. Das Team, das sich nach der Katastrophe nicht mehr in ein Flugzeug setzen wollte, fuhr mit dem Schiff nach Brasilien. Italien verlor dann aber im Auftaktspiel gegen Schweden mit 2:3, und ein Sieg gegen Paraguay in der Gruppenphase reichte nicht aus, um die Titelhoffnungen zu retten.

1966 war für England denkwürdig - aber nicht für Brasilien

Brasilien gewann 1958 und 1962 zwei Weltmeisterschaften in Folge. Doch als Pele und seine Teamkollegen für das folgende Turnier in England eintrafen, kam alles anders als erhofft. Das Turnier fing gut an. Die Mannschaft schlug Bulgarien mit 2:1, doch Ausnahmespieler Pele erlitt eine Verletzung. Seine Abwesenheit erwies sich als kostspielig, da Brasilien Ungarn mit 1:3 unterlag.

In einem entscheidenden letzten Gruppenspiel kam Pele zurück, wurde aber nach einem schweren Zweikampf wieder ausgewechselt. Ein erneuter Treffer im letzten Spiel, diesmal gegen Eusebios Portugal, bedeutete das sichere Ausscheiden in der Gruppenphase.

Diese Generation: Frankreich, Italien, Spanien

Frankreich

Frankreich gewann bei der FIFA Fussball-WM 1998 die Weltmeisterschaft auf eigenem Boden. Der Gastgeber besiegte Brasilien dank zweier Tore von Zinedine Zidane und einem dritten Tor von Emmanuel Petit im Stade de France, in Saint-Denis.

Vier Jahre später, als sie in Japan und Südkorea spielten, landeten sie in einer Gruppe, die aus Dänemark, Senegal und Uruguay bestand. Der einzige Punkt, den die Mannschaft in den erste drei Spielen holte, kam aus einem torlosen Unentschieden gegen Uruguay.

Italien

Italien gewann die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland im Elfmeterschießen gegen Mannschaft aus Frankreich. Das Spiel ist vor allem wegen Zidanes Kopfnuss gegen Materazzi in Erinnerung geblieben.

Wie Frankreich beendete die Azzurri dann aber die WM in Südafrika in der Gruppenphase. Unentschieden gegen Paraguay und Neuseeland sowie eine 2:3-Niederlage gegen die Slowakei siegelten für Italien die vorzeigte Heimreise ab.

Spanien

Spanien gewann zwei UEFA-Europameisterschaften in Folge, Trophäen, die sie zu ihrem WM-Erfolg im Jahr 2010 brachten.

Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien kamen sie dann aber in die damals so getaufte "Todesgruppe". Die WM-Finalisten von 2010, die Niederlande, rächten sich im Eröffnungsspiel mit 5:1 gegen Spanien. Die iberische Mannschaft verlor dann gegen Chile. Der einzige wirkliche Moment der WM-Titelverteidigung war der Sieg über das letztplatzierte Australien.

Deutschland im Jahr 2018

Das WM-Tor von Mario Götze gegen Argentinien im Jahr 2014 war alles, was nötig war, um die Durststrecke der Mannschaft zu beenden.

Götze war allerdings trotz seiner Heldentaten in Brasilien nicht für den Kader ausgewählt wordem-

Die Niederlage gegen Mexiko im Auftaktspiel bedeutete, dass Deutschland gegen Schweden einen Sieg brauchte. Dazu kam es - wenn auch auf dramatische Art und Weise. Ein Pass von Reus an Kroos, brachte Deutschland eine Chance auf das Achtelfinale im letzten Gruppenspiel.

Was dann folgte war ein Horror für die deutschen Fans: Joachim Löw und seine Männer schafften es trotz aller Angriffsbemühungen nicht, das Runde in das Eckige zu schießen, und wurden dann von Südkorea mit zwei Toren in der Nachspielzeit geschlagen.

Die Ausnahme von der Regel

Brasilien gewann 2002 in Yokohama seine fünfte Weltmeisterschaft und besiegte Deutschland dank zweier Tore von Ronaldo mit 2:0.

Sie spotteten über den WM-Fluch und gewannen alle drei Gruppenspiele. Ein leichter Sieg gegen Kroatien und Australien, während sie Japan besiegten, brachte sie in die nächste Runde. Brasilien erreichte das Viertelfinale in Südafrika, nachdem es Ghana im Achtelfinale mit 3:0 besiegt hatte. Sie wurden dann aber später vom WM-Finalisten Frankreich aus dem Tunier gekickt.