Eilmeldung

Eilmeldung

Sektenführer Asahara 23 Jahre nach Saringas-Anschlag hingerichtet

Sie lesen gerade:

Sektenführer Asahara 23 Jahre nach Saringas-Anschlag hingerichtet

Sektenführer Asahara 23 Jahre nach Saringas-Anschlag hingerichtet
Schriftgrösse Aa Aa

Japan hat den Sektenführer Shoko Asahara und sechs weitere Anhänger seiner Endzeit-Sekte "Aum Shinrikyo" (deutsch: "Höchste Wahrheit") hingerichtet. Das gab die japanische Regierung am Morgen bekannt.

1995: Saringas-Anschlag in der U-Bahn

Asahara, der mit bürgerlichem Namen Chizuo Matsumo hieß, galt als Drahtzieher eines Saringas-Anschlags in der U-Bahn von Tokio 1995. Sektenmitglieder hatten im morgendlichen Berufsverkehr in mehreren Zügen Plastikbeutel mit dem Nervengas aufgestochen und so 13 Menschen getötet und mehr als 6.000 verletzt.

Waffenlager, um Weltuntergang zu überleben

Zum Hintergrund der Tat ist wenig bekannt. So heißt es, dass der Anschlag eine geplante Polizeirazzia auf das Hauptquartier der Sekte am Fuße des Berges Fuji vereiteln sollte. Dort soll die Sekte unter anderem ein Waffenlager aufgebaut haben, um die vorhergesagte Apokalypse zu überleben.

Wer war Asahara?

Der als charismatisch beschriebene Sektenführer Asahara war in armen Verhältnissen im Süden Japans aufgewachsen. Wegen seiner angeborenen Seeschwäche schickte sein Vater ihn auf eine Blindenschule. Eine Aufnahmeprüfung für eine von Tokios Elite-Universtitäten bestand er nicht. Später gründete er eine eigene Yogaschule. Sie bildete die Grundlage für seine Lehren und die Sekte, der sich zahlreiche junge Menschen und Intellektuelle anschlossen.

Motive bleiben im Dunkeln

Am 16. Mai 1995 wurde Asahara festgenommen. Über seine Motive für die Tat wurde auch während des jahrelang andauernden Prozesses kaum etwas bekannt. 2006 wurden der Guru und 12 Anhänger wegen des U-Bahnanschlags und weiterer Morde zum Tode durch Erhängen verurteilt.