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Keine Lösung für Migranten auf der Sarost 5

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Keine Lösung für Migranten auf der Sarost 5

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"Wir leiden sehr", so ein Migrant auf dem Gastanker Sarost 5 gegenüber dem Journalisten Sergio Scandura. Der anonyme Migrant sitzt gemeinsam mit Dutzenden Leidensgenossen auf dem Schiff unter tunesischer Flagge fest. Die Crew der Sarost 5, die die Migranten aufgenommen hatte, teile das Essen mit ihnen, aber es sei einfach nicht genug. Seit rund zwei Wochen sind die Migranten auf der Sarost 5, ohne zu wissen, wie es mit ihnen weitergeht.

Die Frage, wo sie an Land gehen sollen, ist offen. Tunesien oder Malta, die beiden Länder schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu.

Der zweite Kapitän des Schiffes, Aymen Ouari, wies darauf hin, dass die Nahrungsvorräte nicht mehr ewig ausreichen. Man warte aber nicht mehr auf Essenslieferungen, sondern auf eine Entscheidung, wo das Schiff anlegen könne und wer die Verantwortung für die Migranten übernehme.

Wie ernst diese Forderung ist, zeigt eine weitere Ankündigung: Die Crew will Helfern verweigern, an Bord zu kommen, bis die Situation geklärt ist.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden die Migranten in der Such- und Rettungszone Maltas aufgenommen. Der nähergelegene Hafen befindet sich aber in Tunesien. Aber auch, wenn das Schiff dort anlegen könnte und die Migranten von Bord gehen dürften: Einige von ihnen verweigern das offenbar, weil sie ja eigentlich nach Europa wollen.

"Wir haben nicht ein einziges Boot der Europäischen Union auf dem Radar gesehen", so der zweite Kapitän. Es habe keinerlei Kontaktaufnahme durch Schiffe der EU-Mission im Mittelmeer gegeben.

Bei der EU-Kommission in Brüssel will man die aktuelle Lage vorerst nicht kommentieren. Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos verwies gegenüber Euronews auf ein EU-Konzept für künftige Abkommen mit Drittländern zur Aufnahme von Migranten.