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IOC empfiehlt "Beruhigungspille": Reporter im Doping-Skandal um Walijewa (15) bedroht

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Von Euronews  mit dpa
IOC empfiehlt "Beruhigungspille": Reporter im Doping-Skandal um Walijewa (15) bedroht
Copyright  Bernat Armangue/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Der Doping-Skandal um Russlands Eisprinzessin Kamila Walijewa wirft weiter Schatten über Olympia. Im Moment trainiert die 15-Jährige noch in Peking. Am Montag will der Internationale Sportgerichtshof entscheiden, ob Walijewa nach dem Mannschaftswettkampf auch im Einzelprogramm an den Start gehen darf.

Was hat die Affäre ausgelöst?

Walijewa war im Dezember bei den russischen Meisterschaften positiv auf das verbotene Herzmittel Trimetazidin getestet worden. Doch das Ergebnis erreicht die russische Anti-Doping-Agentur (Rusada) eigenen Angaben zufolge erst am 7. Februar - das ist ungewöhnlich spät. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits das russische Team zum Olympiasieg im Mannschaftswettbewerb geführt. 

Eine darauffolgende Sperre der jungen Sportlerin wurde von der russischen Anti-Doping-Agentur aufgehoben. Dagegen gingen das IOC und die Welt-Anti-Doping-Agentur nun beim Sportgericht in Berufung.

Wieso dauerte es so lange, bis das Testergebnis bekannt wurde?

Die Rusada nennt die aktuelle Corona-Situation und erkranktes Laborpersonal als Gründe für die Verzögerungen bei der Auswertung des Tests. Dies hätte "nie passieren dürfen", sagte Travis Tygart, der Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada, bei "Yahoo Sports". 

Für gewöhnlich würden Anti-Doping-Behörden solche Testauswertungen vor großen Wettbewerben sogar beschleunigen, um Szenarien wie nun bei den Winterspielen zu verhindern, sagte der Dopingjäger. Die Verzögerungen seien "unentschuldbar" und ein "katastrophaler Fehler des Systems".

Was macht den Fall so brisant?

Eisprinzessin Walijewa ist der größte Star Russlands in Peking und die derzeit mit Abstand beste Eiskunstläuferin der Welt. Auch der Kreml stellte sich schnell hinter die 15-Jährige. Der Fall bricht die Wunden des Manipulationsskandals wieder auf, der Russland offiziell die Zulassung für die Sommerspiele in Tokio und Olympia in China kostete. 

In Peking tritt das Team als Mannschaft des Russischen Olympischen Komitees (ROC) ohne die eigene Landesfahne und Hymne an. Der neue Dopingfall, noch dazu mit einer Minderjährigen, zieht die Abkehr der Russen von den Sünden der Vergangenheit erneut schwer in Zweifel. Das IOC muss sich wieder fragen lassen, ob die Sanktionen hart genug und zielführend waren.

"Alle sollten eine Beruhigungspille nehmen"

Das IOC rief im Fall Walijewa zur Ruhe auf. Zuvor hatten mehrere britische Reporter berichtet, sie seien wegen ihrer Veröffentlichungen zum positiven Dopingtest bei der russischen Team-Olympiasiegerin Walijewa massiv im Internet bedroht und teils auch von Medienvertretern aus Russland attackiert worden.

IOC-Sprecher Mark Adams sagte vor der Presse: "Verständlicherweise gab es auf allen Seiten viele Diskussionen, aber es ist nicht hinnehmbar, dass dies in Drohungen und Gewalt umschlägt. Wir sollten alle eine Beruhigungspille nehmen, wie man sagte, als ich jünger war."