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Selenskyj vom Westen enttäuscht: "Wir werden hier vergessen"

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Von Euronews  mit dpa
Die Ukraine als "Europas Schutzschild": Selenskyj zeigte sich in München frustriert
Die Ukraine als "Europas Schutzschild": Selenskyj zeigte sich in München frustriert   -   Copyright  Andrew Harnik/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved   -  

Der Russland-Ukraine-Konflikt bleibt auch an Tag zwei der Münchner Sicherheitskonferenz beherrschendes Thema. Auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj ist angereist – trotz der sich zuspitzenden Lage.

Selenskyj: "Größte Sicherheitskrise seit Zweitem Weltkrieg"

Selenskyj sprach von der „größten Sicherheitskrise seit dem Zweiten Weltkrieg“ und forderte vom Westen mehr Hilfe. Die globale Sicherheitsarchitektur sei brüchig geworden, die Ukraine dürfe nicht weiter im Stich gelassen werden.

"Wir werden unser Land verteidigen – mit oder ohne Unterstützung unserer Partner", so der ukrainische Präsident. "Ob sie uns Hunderte von modernen Waffen oder 5000 Helme schenken - wir wissen die Unterstützung zu schätzen. Aber jeder muss verstehen, dass es sich nicht um eine Art Spende handelt, die die Ukraine anmahnen oder um die sie betteln sollte. Es handelt sich nicht um eine allgemeine Geste, vor der sich die Ukraine verneigen sollte. Dies ist Ihr Beitrag zur Sicherheit Europas und der Welt, für die die Ukraine in den letzten acht Jahren als Schutzschild herhalten musste.“

Harris droht Moskau mit "nie dagewesenen Sanktionen"

US-Vizepräsidentin Kamala Harris sicherte den Nato-Partnern die Unterstützung Washingtons zu. In der Ukraine sei die Grundlage der europäischen Sicherheit unmittelbar bedroht.

Sie warnte Moskau:"Wir sind bereit, weitreichende und nie dagewesene Finanzsanktionen und Exportkontrollen gegen Russland zu verhängen. Wir werden russische Finanzinstitute und Schlüsselindustrien ins Visier nehmen. Und wir werden diejenigen ins Visier nehmen, die mitschuldig sind und die diese unprovozierte Invasion unterstützen."

Von der Leyen: Russland will "internationale Ordnung umschreiben"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warf Russland vor, die Regeln der internationalen Ordnung umschreiben zu wollen. "Sollte der Kreml zuschlagen, können wir Moskau Sanktionen auferlegen – mit schwerwiegende Folgen für Russlands wirtschaftliche Interessen", sagte von der Leyen. "Das riskante Denken des Kreml, das aus einem dunklen Gestern stammt, könnte Russland seine blühende Zukunft kosten.“

Neben der russischen Führung machte von der Leyen auch China Vorwürfe. Für beide stehe „das Recht des Stärkeren über der Rechtsstaatlichkeit“.

Chinas Außenminister Wang Yi forderte per Videoschalte eine friedliche Lösung des Konflikts. Die Ukraine solle „eine Brücke zwischen Ost und West" sein und "keine Frontlinie“. Gleichzeitig warnte er die NATO, neue Mitglieder aufzunehmen und sich weiter gen Osten auszudehnen. Das Bündnis sei ein Produkt des Kalten Krieges, und der sei lange vorbei, so die Warnung aus Peking.