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Ostukraine: Lage spitzt sich zu

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Von euronews
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Nowoluhanske, Ostukraine: Ein ukrainischer Soldat vor dem Einschlagsloch eines Geschützes der Separatisten
Nowoluhanske, Ostukraine: Ein ukrainischer Soldat vor dem Einschlagsloch eines Geschützes der Separatisten   -   Copyright  Oleksandr Ratushniak/ Associated Press

Der Konflikt in der Ostukraine spitzt sich zu. Die ukrainische Armee und die Rebellenführer in den abtrünnigen Gebieten beschuldigen sich gegenseitig, gegen die Waffenruhe zu verstoßen. Laut Angaben der pro-russischen Aufständischen griff die ukrainische Armee am Samstagmorgen mehr als zehn Ziele in der Region an. Auf ukrainischer Seite wurden hochrangige Militärvertreter in der Region angegriffen. Zudem sei ein Soldat getötet worden.

Die Chefs der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk kündigten eine allgemeine Mobilmachung an: "Ich rufe alle Männer der Republik, die in der Lage sind, eine Waffe zu halten, dazu auf, sich für ihre Familien, ihre Kinder, Frauen und Mütter einzusetzen", so Denis Puschilin, Rebellenführer in Donezk. "Zusammen werden wir den gewünschten und notwendigen Sieg für uns alle erreichen. Wir werden den Donbass und alle Russen beschützen." 

Seit Freitagabend bringen die Rebellen die Menschen aus Donezk und Luhansk in die südrussische Grenzregion Rostow. Rund 20.000 Bewohner:innen sollen die Gebiete bereits verlassen haben. Die Separatisten begründen die Evakuierung mit einem bevorstehenden Angriff durch die ukrainische Armee.

Putin testet ballistische Raketen

Unterdessen demonstrierte der russische Präsident vom Kreml aus Stärke. Im Beisein des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko überwachte er Militärübungen mit ballistischen Raketen. Russland testet mehrfach im Jahr Raketen und hatte das Manöver am Freitag angekündigt.

Die Tests fanden parallel zu einem großen Manöver im Nachbarland Belarus an der Grenze zur Ukraine statt, das planmäßig am Sonntag zu Ende gehen sollte. Laut belarussischem Verteidigungsministerium besuchten am Samstag Militärattachés von 16 Ländern ein Übungsgelände im Südwesten, darunter aus der Ukraine und den USA.

Kiew übt sich in Gelassenheit

In Kiew gilt die Devise, Ruhe bewahren. Die Regierung beteuerte mehrfach, keine Offensive im Osten zu planen, unter keinen Umständen will man Putin einen Vorwand zum Angriff liefern. Und auch die Bevölkerung übt sich in Gelassenheit, so Illia Ponomarenko, Journalist für Verteidigungsthemen beim "Kyiv Independent": "In Kiew und anderen Städten kann man beobachten, wie die Menschen so etwas wie vernünftige Fahrlässigkeit praktizieren. Alle bleiben ruhig und beherrscht. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen, ein gutes Argument gegen jede Art von Militäraktion gegen die Ukraine."

An der Front im Osten stehen sich die ukrainische Armee und Separatisten in weniger als 500 Meter Entfernung gegenüber. Auch dort gibt es seit Freitag verstärkt Verstöße gegen die Waffenruhe. 

US-Angaben zufolge sind auf russischem Gebiet in der Nähe der ukrainischen Grenze über 150.000 russische Truppen stationiert. Die Angst vor einer russischen Invasion der Ostukraine auf westlicher Seite bleibt deswegen weiterhin groß.