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Linkspolitiker Boric ist neuer chilenischer Präsident

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Von Euronews  mit AP
Linkspolitiker Boric ist neuer chilenischer Präsident
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In Chile ist der Linkspolitiker Gabriel Boritsch als neuer Präsident vereidigt worden. Der Machtwechsel steht auch für den Beginn einer neuen Ära, der frühere Studentenführer hat angekündigt, das Bildungswesen und die Gesundheitsversorgung zu verbessern sowie die Rechte von Frauen, Migranten, Indigenen und Homosexuellen zu stärken.

Boric ist mit 36 Jahren nicht nur der jüngste Amtsinhaber, s n gehört auch keiner der traditionellen Mitte-Rechts- und Mitte-Links-Parteien an. In seinem Kabinett sind erstmals mehr Frauen als Männer vertreten.

"Das chilenische Volk ist die Hauptfigur in diesem Prozess, ohne eure Unterstützung wären wir nicht hier", sagte Boric bei seiner Antrittsrede.

Der Amtsantritt von Boritsch fällt in eine der herausforderndsten Zeiten, die das südamerikanische Land seit seiner Rückkehr zur Demokratie 1990 erlebt hat.

Neben Sicherheitsproblemen im Norden und Süden des Landes kämpft Chile gegen eine galoppierende Inflation, die durch die steigenden Ölpreise seit dem Beginn des Ukraine-Krieges weiter verschärft wird. Das Land importiert fast alle fossilen Brennstoffe.

Nach den massiven Sozialprotesten vor gut zwei Jahren befindet sich Chile im Umbruch: Derzeit arbeitet eine Verfassungsgebende Versammlung ein neues Grundgesetz aus. Der aktuelle Text stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990). Sollte der neue Verfassungsentwurf in einem Referendum angenommen werden, könnte Boric der Präsident sein, der die letzten Überbleibsel der Pinochet-Diktatur zu Grabe trägt.

Boric hatte sich bei der Wahl im vergangenen Jahr gegen den deutschstämmigen Rechtsaußenkandidaten José Antonio Kast durchgesetzt. Er folgt auf den rechtskonservativen Staatschef Sebastián Piñera.