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Für Russland kämpfen: Syrische Söldner wollen in die Ukraine

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Von euronews
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Syrische Regierungtruppen in Aleppo, 2016. Viele Kämpfer wollen jetzt offenbar in die Ukraine.
Syrische Regierungtruppen in Aleppo, 2016. Viele Kämpfer wollen jetzt offenbar in die Ukraine.   -   Copyright  Hassan Ammar/ Associated Press

Elf Jahre dauert der Bürgerkrieg in Syrien bereits, am Laufen gehalten unter anderem durch russische Hilfe. Nun scheint Russland für seinen Krieg in der Ukraine auf syrische Söldner zu zählen: Vor ein paar Tagen erklärte der russische Präsident, Freiwillige aus dem Nahen Osten sollten die Möglichkeit erhalten, an der Seite russischer Truppen zu kämpfen. Laut Wladimir Putin ohne Bezahlung.

Angeworben werden sie unter anderem in einem Polizeirevier in Suweida in Südwestsyrien. Ein ehemaliger syrischer Soldat hat dem japanischen Sender NHK berichtet, warum er sich für den Kriegsdienst in der Ukraine gemeldet hat - seine schwierige finanzielle Lage spiele dabei eine Rolle, sagte er: "Ich will Geld verdienen und Russland helfen, das unsere Seite im Bürgerkrieg unterstützt hat. Man hat mir gesagt, dass ich an der Front 7000 Dollar im Monat bekomme oder 3000 Dollar auf einem anderen Posten."

Syrische Regierungsgegner wollen auch kämpfen

Aber auch syrische Regierungsgegner wollen in der Ukraine kämpfen, an der Seite ukrainischer Truppen. Sie werden unter anderem in Idlib angeworben, die Provinz in Nordwestsyrien ist Rebellengebiet. Ein ehemaliger Kämpfer der syrischen Oppositionsgruppen berichtet, er habe sich gemeldet, weil er in finanziellen Schwierigkeiten stecke und um die Helfer des Assad-Regimes zu bekämpfen: "Ich habe mich eingeschrieben, weil ich gegen Russland kämpfen will. Es haben sich schon viele gemeldet."

Die ukrainische Regierung hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob sie syrische Söldner akzeptieren will. Die Anwerbung wird von Regierungsgegnern in Syrien organisiert.

Syrische Beobachtungsstelle: Söldner werden Situation verschlimmern

Auf der anderen Seite helfe das Assad-Regime Russland dabei, Syrer anzuheuern, die in der Ukraine kämpfen sollen, so die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR). Syrische Söldner haben bereits in Libyen und im Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien gekämpft, so die Organisation. "In Libyen wurden sie als angeworbene Mörder bezeichnet", so SOHR-Gründer Rami Abdulrahman. "Sie haben kein Problem mit zivilen Opfern in der Ukraine oder wo auch immer. Sie werden die Situation verschlimmern."

40.000 Syrer haben  sich laut der Beobachtunggstelle bereits für den russischen Krieg in der Ukraine gemeldet. 22.000 seien angeheuert worden.