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Serbische Bevölkerung im Kosovo: Zwischen Ärger und Friedensaufruf

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Von euronews
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Kundgebung in Mitrovica am 25. März 22, auf der gefordert wurde, der serbischen Bevölkerung im Kosovo die Teilnahme an der Wahl in Serbien zu ermöglichen.
Kundgebung in Mitrovica am 25. März 22, auf der gefordert wurde, der serbischen Bevölkerung im Kosovo die Teilnahme an der Wahl in Serbien zu ermöglichen.   -   Copyright  Bojan Slavkovic/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Die Stadt Mitrovica im Norden des Kosovo ist zweigespalten: Ein Teil ist serbisch, ein Teil kosovarisch geprägt. Wenn an diesem Sonntag in Serbien gewählt wird, darf die serbische Bevölkerung im Kosovo nicht abstimmen - zumindest nicht an ihrem Wohnort.

Ministerpräsident Albin Kurti hat serbische Wahllokale auf kosovarischem Boden verboten. Serbien, das das Kosovo nicht als eigenständig, sondern als Teil seines eigenen Staatsgebietes ansieht, habe keine Genehmigung für die Einrichtung von Wahlstellen angefordert, so Kurti.

„Wir sind ja ein Ärgernis für die ganze Welt“

„Das kann auch nur uns passieren - Schuld sind die im Süden“, sagt ein Mann in Mitrovica. „Wen meinen Sie?", fragt die Reporterin. „Das ist bekannt, um wen es da geht: Diejenigen, die sich gestört fühlen. Für die sind wir ein Ärgernis. Wir sind ja ein Ärgernis für die ganze Welt“, so der Mann.

„Beide Regierungen sollten an uns und unsere Rechte denken. Es ist mein Recht, in dem Staat zu wählen, dessen Bürgerin ich bin“, sagt eine Frau. Und ein Mann meint: „Wer fragt heutzutage denn schon die Menschen? Niemand."

Wahlen in Serbien: Regierungskoalition bleibt laut Umfragen bestehen

Trotz Unmut in der serbischen Bevölkerung im Kosovo: Unruhen am Wahlsonntag werden nicht erwartet.

„Hoffentlich bleibt es friedlich - immer und ewig. Niemand braucht Krieg“, betont ein Mann. Ein anderer findet: „Mit Gottes Hilfe wird es nicht nur morgen und übermorgen, sondern immer Frieden unter den Völkern geben."

Die serbische Bevölkerung im Kosovo wird nicht zufrieden sein, wenn sie sich von dem leiten lässt, was aus Belgrad kommt
Bardhyl Meta
politischer Kommentator

Der politische Kommentator Bardhyl Meta meint, ewig könne die Lage nicht so bleiben, wie sie gegenwärtig ist. „Die serbische Bevölkerung im Kosovo wird nicht zufrieden sein, wenn sie sich von dem leiten lässt, was aus Belgrad kommt. Wenn sie keine eigene Geschichte und keine eigenen Ziele für ihr Leben und ihre Rechte im Kosovo hat, wird sie niemals zufrieden sein“, so Meta.

Eine Möglichkeit, an der Wahl in Serbien teilzunehmen, hat die serbische Bevölkerung im Kosovo: Doch dafür muss sie an diesem Sonntag über die Grenze nach Serbien fahren.