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390 Jahre altes Rembrandt Gemälde kehrt zurück in seine Heimat

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Von Katharina Sturm
"Christus am Kreuz" von Rembrandt
"Christus am Kreuz" von Rembrandt   -   Copyright  PHILIPPE LOPEZ/AFP or licensors   -  

Das 390 Jahre alte Rembrandt Gemälde "Christus am Kreuz" kehrt nach sechs Jahren zurück in seine Heimat. Bis 2016 schmückte das Werk des niederländischen Künstlers die Saint-André Kirche im französischen Mas-d'Agenais. Die Vitrine des Gemäldes dort war jedoch fehlerhaft und musste erneuert werden. Solange wurde das Werk nach Bordeaux verbannt. Jetzt ist es endlich zurück in dem 1500-Einwohner-Dorf.

Die wohl reichste Gemeinde Frankreichs - Le Mas-d'Agenais, ein 1500-Seelen-Dorf circa 100km von Bordeaux entfernt. Die katholische Saint-Vincent Kirche war bis 2016 stolze Besitzerin des 390 Jahre alten Rembrandt Gemäldes "Christus am Kreuz". Das Gemälde des niederländischen Künstlers wurde 2021 auf 90 Millionen Euro geschätzt. Das entspricht 70 Jahresbudgets in Le Mas-d'Agenais. Ein solches als historisches Monument eingestuftes Objekt ist jedoch von "unschätzbarem Wert" und sollte daher auf keinen Fall verkauft werden, erklärte Denkmalpflegerin Aude Claret.

In 2016 wurde das Werk jedoch nach Bordeaux verbannt. Die Vitrine in der sich "Christus am Kreuz" bisher in Mas-d'Agenais befand war fehlerhaft und konnte die notwendigen Sicherheits- und Erhaltungsbedingungen für dieses Gemälde nicht gewährleisten. Deshalb wurde es nach Bordeaux gebracht und in einer Vitrine aufbewahrt, die diesen Sicherheitsbedingungen entsprach, während man in Mas d'Agenais auf die neue Vitrine wartete. Bislang herrschte in der Kirche von Mas d'Agenais noch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und man hatte befürchtet, dass das Gemälde bei seiner Rückkehr in die Saint-Vincent Kirche einen Klimaschock erleiden würde. Das könnte zu einer biologischen Verunreinigung führen, die eine ziemlich komplizierte Reinigung nach sich ziehen würde. Um solch einen Temperaturschock zu vermeiden, wurde abgewartet, bis sich die Bedingungen in der Kirche stabilisiert hatten.

Unwahrscheinliche Ereignisse haben letztendlich dazu geführt, dass das Städtchen im Gemüse- und Obstanbaugebiet Lot-et-Garonne Besitzer des Gemäldes aus 1631 geworden ist.
Alles begann 1804, als ein aus dem Dorf stammender Hauptmann der napoleonischen Armee, Xavier Duffour, das Gemälde ohne erkennbare Signatur bei einer Auktion in Dünkirchen erwarb und es im Jahr darauf der Kirchengemeinde schenkte. Ein Jahrhundert später ging das Werk im Zuge der Trennung von Kirche und Staat in den Besitz der Gemeinde über. Es wurde 1918 zum historischen Denkmal erklärt, aber erst 1959 authentifiziert, als eine Restaurierung im Louvre die berühmte Signatur RHL für Rembrandt Harmenszoon de Leyde wieder ans Tageslicht brachte.

Jahrzehntelang war es in einem einfachen Holzschrank als Vitrine in der Kirche ausgestellt ohne jede Art von Hochsicherheit. "Jeder hätte es klauen können", sagte Bürgermeister Claude Lagarde.
Ein Rembrandt wie dieser, weder in einem Museum, noch in Besitz eines Kunstsammlers, sondern in einer Kirchengemeinde ist sehr selten. An Verkaufen denkt die Gemeinde nicht einmal. Finanz- und Kulturbeauftragter Arnaud Petit erhofft sich, dass die Präsenz des wertvollen Gemäldes in einer frisch renovierten Kirche die Attraktivität für den Tourismus erhöhen wird.

Die Rückkehr des Rembrandt Gemäldes ist für die Bewohnerinnen und Bewohner von Mas d'Agenais von großer Bedeutung. Denn es handelt sich um ein Kunstwerk, das seit 1905 im Besitz der Gemeinde ist. 

"Es war an der Zeit, dass es zurückkommt.", sagte ein berührter Bewohner.