Nach den Bränden in Athen: Was bleibt übrig?

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Von Apostolos Staikos
Die Brände in der Region Attika sind gelöscht, Entwarnung gibt es keine, 21.07.2022
Die Brände in der Region Attika sind gelöscht, Entwarnung gibt es keine, 21.07.2022   -   Copyright  ARIS OIKONOMOU/AFP or licensors   -  

Die meisten der Feuer im Großraum Athen sind gelöscht, dennoch sind Lösch-Helikopter und -flugzeuge weiter im Einsatz. Das Risiko, dass sich die Flammen erneut entfachen, ist hoch.

Mindestens zehn Häuser sind den Flammen zum Opfer gefallen. Die 35-Jährige gehört zu denjenigen, die ihr Haus verlassen musste.

Nach ihrer Rückkehr ist nicht mehr viel übrig, die Möbel verkohlt, die Elektrogeräte beschädigt. Sie kann kaum fassen, wie wenig von ihren Habseligkeiten übrig geblieben ist.

"Das verbrannte Haus ist so leer, ich fühle mich so klein. Vor einigen Stunden war das mein Zuhause und jetzt liege alles in Schutt und Asche. Ich bin in einem Schockzustand und habe noch nicht komplett realisiert, was passiert ist. Ich kann damit nicht umgehen. Ich versuche, mich mit Witzen darüber hinweg zu trösten. Nur so schaffe ich es, nicht verrückt zu werden", sagt Sisy Zacharopoulou.

Nur hundert Meter weiter lebt die Familie von Antonis Zacharis. Zunächst folgten sie den Anweisungen der Behörden und verließen ihr Haus.

Doch Antonis Vater war so verzweifelt, dass er seinen 30-jährigen Sohn bat, zum Haus zurückzukehren und den Kampf gegen die Flammen aufzunehmen. Vater und Sohn missachteten die Behördenanweisungen- so gelang es ihnen, ihr Eigentum zu retten.

Keine leichte Aufgabe - der Garten, die Hühner und eines ihrer Autos verbrannten.

"Ich lief durch das Feuer, überall explodierte etwas - es war absolutes Chaos. Wir stellten das Auto ab und ich musste über das Eingangstor klettern, weil der Strom ausgefallen war. Neben uns wütete das Feuer. Letztendlich haben wir es geschafft, wenigstens das Haus zu retten. Das ist das Wichtigste", sagt Antonis Zacharis.

Mindestens 34 Menschen mussten mit Atembeschwerden und leichten Verbrennungen im Krankenhaus behandelt werden, mehr als 600 Anwohnerinnen und Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Ein 80-jähriger Mann tötete sich selbst, nachdem sein Haus in Flammen stand. Die Polizei konnte eine Schusswaffe neben dem Toten sicherstellen.

"Ein weiteres großes Feuer in der Region Attika hinterlässt große Schäden. Häuser standen in Flammen, hunderte von Menschen waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Die Temperaturen werden auch in den kommenden Tagen hoch bleiben. Behörden und Anwohner:innen bleiben in höchster Alarmbereitschaft", fasst Euronews-Reporter Apostolos Staikos aus Athen zusammen.