Algeriens unterirdische Schätze

Von Cyril Fourneris
Algeriens unterirdische Schätze
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Gold, Zink, Kupfer, Phosphate: Algerien verfügt über viele Bodenschätze und setzt auf diese, um seine Wirtschaft breiter aufzustellen. euronews-Mitarbeiter Cyril Fourneris hat sich in die Sahara aufgemacht: „Dieses Gebiet ist mit einer schwarzen Schicht bedeckt. Man sagt, dass sich hier einige der größten Eisenerzvorkommen der Welt befinden. Für heute ist eine Sprengung angesetzt. Man sagte mir, das sei einen Besuch wert", sagt er.

Milliarden Tonnen Eisenerz schlummern im Boden

Um seine industriellen Ziele zu erreichen, hat Algerien mehrere Bergbauvorhaben wieder in Gang gesetzt. In Gara Djebilet schlummern Milliarden Tonnen Eisenerz, entdeckt wurden die Vorkommen 1952. Nach jahrelangen Untersuchungen sind die Arbeiten diesen Sommer aufgenommen worden. Das langfristige Ziel lautet, jedes Jahr Millionen von Tonnen zu fördern, auch um die zwölf Millionen Tonnen zu erreichen, die Algeriens Stahlwerke benötigen.

Noureddine Aoussat, technischer Direktor des Unternehmens Feraal, erläutert: „Die Vorkommen in Gara Djebilet sind die einzigen in Algerien, die diesen Bedarf decken können. Die Nutzbarmachung ist einfach. Es gibt nur eine dünne Schicht, die das Erz überlagert: Man trägt 60 Zentimeter ab und hat das Erz!"

Arbeiter bereiten eine Sprengung vor, um die Abbaufläche zu vergrößern. Es handelt sich um einen der letzten Handgriffe vor der Inbetriebnahme.

Feraal-Mitarbeiter Abdelouhab Bouchama sagt: „Die Sprengung ist der wichtigste Arbeitsschritt. Ohne das Gestein zu zerschlagen, können wir nicht vorankommen."

„Was kann die Einrichtung einer Abbaustätte für eine Gegend wie diese bedeuten?", fragt der euronews-Reporter. „Dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen. Ganze Städte wurden errichtet, nachdem die Grube in Betriebe genommen war", so Bouchama.

Alle gehen in Deckung. Und dann wird gesprengt.

Nachschub auch für ausländische Kundschaft

Das Erz wird an in- und ausländische Untersuchungsstellen geschickt, auch nach China. Dort begleiten Unternehmen den Fortschritt der Grube.

Mahmoud Boukrouma, der vor Ort für das Unternehmen Feraal zuständig ist, betont: „Die weltweit größten Verbraucher haben Schwierigkeiten, an Nachschub zu kommen. Sobald sie erfuhren, dass es große Vorkommen in Algerien gibt, haben sie unsere Ware gekauft."

Das hier abgebaute Gemisch enthält Untersuchungen zufolge 90 Prozent Eisen, aber auch Phosphor. Die Verarbeitung könnte in neuen Anlagen im Norden erfolgen.

Eine Eisenbahnstrecke soll gebaut werden, um die Millionen von Tonnen, die abgebaut werden, zu bewegen. In Oran ist Tosyali, Algeriens führender Stahlbetrieb ansässig. Dieser hat dafür gesorgt, dass das Land Langstahl ins Ausland verkauft und setzt auch auf Flachstahl.

Alp Topcuoglu von Tosyali ergänzt: „Einen Bergbau in der Gegend zu haben, wird für uns von großem Nutzen sein. Viele Vorhaben in Algerien wurden wiederbelebt. Das finden wir gut. In Algerien herrscht ein gutes Geschäftsklima."

Suche nach seltenen Erden

Die Abbaustätte in Gara Djebilet ist nicht das einzige Großvorhaben. In Tebessa im Osten, wird Phosphat unter anderem für Düngemittel verwendet, die ins Ausland geliefert werden. Weiter nördlich in Bejaïa sollen riesige Zinkvorkommen abgebaut werden. Und weitere Unterfangen sind angedacht, um diesem Industriezweig zusätzlich Schwung zu verleihen.

Messaoud Houfani, Berater des algerischen Bergbauministers, führt aus: „Die Welt braucht Metall und Mineralerzeugnisse. Algerien will diese Gelegenheit wahrnehmen, um Wohlstand und Arbeit zu schaffen, unser Land weiterzuentwickeln und der künftigen Generation wertvolle Projekte zu hinterlassen."

Algerien will die Suche nach seltenen Erden ausweiten, für die weltweit hohe Preise gezahlt werden. Diese Metalle waren Bestandteil der Erklärung, die der algerische und der französische Präsident Ende August unterzeichneten.

„Es ist an der Zeit, zusammenzuarbeiten, das zu nutzen, was nutzbar ist, und nach dem zu suchen, was bisher nicht gefunden wurde, aber gefunden werden könnte. Die Europäische Union muss sich nach anderen Beständen umsehen, die nicht zu weit weg liegen und deren Ertragsmöglichkeiten bestens bekannt sind: Algerien!", so Houfani.

Das Land hat kürzlich sein Bergbaugesetz verändert und die Einrichtung einer neuen Bergbauschule beschlossen.