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Neue russische Angriffe: Mehr als eine Million ukrainische Haushalte ohne Strom

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Von Fréderic Bouchard
Ukrainische Artillerie
Ukrainische Artillerie   -   Copyright  Efrem Lukatsky/Copyright 2022 The AP. All rights reserved   -  

Russland hat mit neuen Raketenangriffen auf die Ukraine landesweit Luftalarm ausgelöst, das Stromnetz wurde weiter massiv beschädigt. 

Mehr als eine Million Haushalte ohne Strom

Berichtet wurden Explosionen im Nordwesten, im Gebiet Kiew, in Odessa und anderen Regionen, Stromausfälle gab in 10 der insgesamt 24 ukrainischen Regionen. Erstmals seit Monaten wurde neben der  Hauptstadt Kiew auch die westukrainische Stadt Lwiw wieder getroffen. Zeitweise wurde die Stromversorgung rationiert. 

Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes haben mehr als eine Million Haushalte nach den Angriffen keinen Strom mehr. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „massiven Angriff“, bei dem Russland 36 Raketen abgefeuert habe. Das Ausmaß der Schäden sei „mit den Folgen der Angriffe vom 10. bis 12. Oktober vergleichbar oder könnte diese sogar noch übertreffen“, erklärte Ukrenergo. 

Russlands erklärte Strategie ist es, die ukrainische Strom- und Wasserversorgung und andere, lebenswichtige Infrastruktur verstärkt ins Visier zu nehmen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak sagte, Russland versuche, Ukrainer zu einer neuen massenhaften Flucht nach Europa zu drängen. „Der einzige Weg, eine humanitäre Katastrophe zu stoppen, ist die schnelle Lieferung von Flugabwehrsystemen und zusätzlichen Raketen“, so Podoljak. 

Russland hat schwimmende Behelfsbrücke über den Dnjepr fertiggestellt

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben die ukrainische Offensive in den Regionen Luhansk und Donezk im Osten sowie in Cherson im Süden der Ukraine abgewehrt. Russische Streitkräfte hätten den Versuch ukrainischer Einheiten vereitelt, in Cherson die Verteidigungslinien zu durchbrechen.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums teilte mit, mehr als 130 ukrainische Soldaten seinen getötet, zwei Panzer und neun gepanzerte Kampffahrzeuge seinen ausser Gefecht gesetzt worden.

Britischen Geheimdiensterkenntnissen zufolge hat Russland eine schwimmende Behelfsbrücke über den Fluss Dnjepr fertiggestellt, um seine Truppen versorgen zu können. Die Flussüberquerung ist von zentraler Bedeutung für die Versorgung russischer Truppen im besetzten Cherson.

"Evakuierungsaufruf" russischer Besatzer: Zivilisten sollen Cherson „sofort“ verlassen

Die russische Besatzungsverwaltung hat alle Zivilisten in der Cherson aufgefordert, die Stadt „sofort“ zu verlassen. „Aufgrund der angespannten Lage an der Front, der erhöhten Gefahr eines massiven Beschusses der Stadt und der Bedrohung durch terroristische Anschläge sollten alle Zivilisten die Stadt sofort verlassen und auf das linke Ufer des Dnjepr überwechseln“, teilt die Administration mit.

Die russische Armee befürchtet einen Großangriff des ukrainischen Militärs, um die Stadt und das Gebiet auf dem nördlichen Ufer des Flusses Dnjepr zu befreien. Die von Russland so genannten "Evakuierungen" über den an Cherson grenzenden Fluss laufen seit Mittwoch.