Wo sich Religion und Politik vermischen: Neymar unterstützt Bolsonaro erneut öffentlich

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Von Bruno Sousa
Neymar zwinkert lässig in die Kamera.
Neymar zwinkert lässig in die Kamera.   -   Copyright  Joan Mateu Parra/The AP   -  

Für viele Brasilianer:innen ist Fußball so etwas wie eine Religion. Problematisch wird es allerdings bekanntermaßen, wenn sich Religion und Politik vermischen.

Kurz vor der Stichwahl um das Präsidentschaftsamt in Brasilien hat Fußballstar Neymar diesen Samstag erneut Bolsonaro sein Gesicht geliehen, um für dessen Wiederwahl zu werben. Neymars Unterstützung für den brasilianischen Präsidenten ist nichts neues. Der PSG-Star gab an, dass Bolsonaro Werte vertrete, die seinen eigenen und denen seiner Familie sehr ähnlich seien.

Bolsonaro unterstützte Neymar bei Vergewaltigungsvorwürfen

Außerdem habe Bolsonaro ihm in der schwersten Zeit seines Lebens beigestanden. Damit könnte der Fußballer auf die Rückendeckung des Präsidenten anspielen, als Neymar 2019 vorgeworfen wurde, in Paris ein Model vergewaltigt zu haben.

Bolsonaro-Konkurrent Lula da Silva hätte da jedoch noch eine andere Begründung für Neymars Unterstützung parat: "Er hat Angst, dass ich herausfinde, wieviel Steuerschulden Bolsonaro ihm erlassen hat. Offensichtlich hat Bolsonaro einen Deal mit seinem Vater gemacht", verkündete der Kandidat auf das brasilianische Präsidentenamt.

Neymars Vater bezeichnete die Anschuldigung postwendend als "Fake News" und gab an, dass die Steuerprobleme während Michel Temers Legislaturperiode geklärt worden wären. Temer war Bolsonaros Vorgänger.

Ausgang der Stichwahl noch völlig offen

Auf den letzten Metern ihrer Wahlkampagne setzen beide Kandidaten in Angesicht der ausgeglichenen Umfragen auf eine Schlussoffensive. Hatte Bolsonaro in der ersten Wahlrunde Anfang Oktober noch überraschend stark abgeschnitten, ist nun der Ausgang der Stichwahl am kommenden Sonntag völlig offen.

Während sich Millionen Brasilianer:innen von Neymar ihren sechsten WM-Titel versprechen, verspricht sich Bolsonaro von der Unterstützung des Fußball-Superstars wohl eine zweite Amtszeit.

Weitere Quellen • FAZ