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Liz Truss wird symbolisch verbrannt in einem kleinen Städtchen im Süden von England

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Von Eva Reichhardt
Lizz Truss
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Sie hat die Finanzmärkte in Brand gesetzt und ihre politischen Ambitionen in Schutt und Asche gelegt: Die kurzzeitige britische Premierministerin Liz Truss wird am Freitag während der traditionellen Nacht des Freudenfeuers in Edenbridge, einer kleinen Gemeinde in Südengland, ihr Konterfei verbrennen.

Die ehemalige konservative Regierungschefin, die letzten Monat nach nur 49 Tagen im Amt abtrat, hat das - selten beneidenswerte - Privileg, von der Edenbridge Bonfire Society zur Berühmtheit des Jahres gewählt worden zu sein.

Ihr riesiges, etwa zehn Meter hohes Bildnis verleiht ihr ein entsetztes Gesicht. Der Karton in ihren Armen trägt die Symbole ihrer Blitzzeit: ihr Minibudget, das zu einem Fiasko an den Märkten führte, ein Guinness-Buch der Rekorde, um ihre Rekorde zu symbolisieren - Unbeliebtheit, die Kürze ihrer Zeit in der Downing Street, aber auch die 115.000 Pfund Sterling (134.000 Euro), die sie als ehemalige Regierungschefin jährlich erhalten wird.

Auf ihrer Schulter sitzt der urkomische Kopfsalat, der es geschafft hat, länger zu überdauern als sie. Zu ihren Füßen liegt Larry, der berühmte Kater, der seit über 10 Jahren als Maskottchen fungiert und der in der Downing Street bleibt.

Die Nacht des "Bonfire" markiert jedes Jahr das Scheitern einer Verschwörung englischer Katholiken unter der Führung von Guy Fawkes, die am 5. November 1605 den protestantischen König Jakob I. töten und das Parlament in die Luft sprengen wollten.Er wird an diesem Tag oder an dem Wochenende in der Nähe dieses Datums mit Freudenfeuern, in die Abbilder von Guy Fawkes geworfen werden, und Feuerwerk gefeiert.

Edenbridge zeichnet sich seit über 20 Jahren dadurch aus, dass es die Bildnisse von Persönlichkeiten verbrennt, die in den Nachrichten sind. 2018 war es Boris Johnson. Vor ihm waren es Harvey Weinstein (2017), ein mächtiger US-Filmproduzent, dem Belästigung und Vergewaltigung vorgeworfen wurde, US-Präsident Donald Trump (2016) und der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein (2003) sowie im Jahr darauf der ehemalige britische Premierminister Tony Blair.

Journalist • Eva Reichhardt