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"Rassistische Ratten": ARD korrigiert nach Aufschrei Kommentar zu Twitter

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Von Kirsten Ripper  & Euronews  mit Tagesschau, Twitter
Die ARD den Begriff "rassistische Ratten" in einem Kommentar zu Twitter gelöscht
Die ARD den Begriff "rassistische Ratten" in einem Kommentar zu Twitter gelöscht   -   Copyright  Mary Altaffer/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Mit einem Kommentar zur Twitter-Übernahme durch Elon Musk mit dem Titel "Sieben Tage der Zerstörung" hat der ARD-Korrespondent an der Westküste der USA, Nils Dampz, einen Shitstorm ausgelöst. An diesem Sonntag trendet der Hashtag #Ratten. Denn Nils Dampz hatte in seinem Kommentar geschrieben: "Auf seinem 'Marktplatz' sollen offenbar auch rassistische und verschwörerische Ratten aus ihren Löchern kriechen dürfen. Twitter kann nur relevant bleiben, wenn genau diese Ratten - um im Markplatzbild zu bleiben - in ihre Löcher zurück geprügelt werden."

Inzwischen wurde der Kommentar korrigiert - unter dem Text steht in einer Anmerkung: "In einer früheren Version wurde der Begriff "rassistische oder verschwörerische Ratten" verwendet. Die Passage wurde geändert. Wir bitten um Entschuldigung für die Wortwahl. Es war nie das Ziel, jemanden zu entmenschlichen."

Im Text heißt es jetzt nur noch: "Musk hat auch angekündigt, dass Twitter zum "Marktplatz der Debatte" werden soll. Aber auf seinem Platz soll offenbar auch Rassistisches oder Verschwörerisches Platz haben. Twitter kann nur relevant bleiben, wenn das konsequent bekämpft wird."

FDP-Politiker Gert Wöllmann hat den ursprünglichen Kommentar am Samstag im Wortlaut (Rechtschreibfehler inklusive) auf Twitter abgebildet. Er schreibt: "Ratten? Wow. Was für ein bemerkenswertes Niveau bei der Tagessschau. Und morgen wieder die Spaltung der Gesellschaft beklagen."

Für rechte und rechtsextreme Twitter-Userinnen und -User ist der ARD-Kommentar mit den Ratten ein gefundenes Fressen.

Auch der ehemalige BILD-Chefredakteur Julian Reichelt greift die Geschichte in seinem "Pleiteticker" auf. Er schreibt: "Die Tagesschau beschimpft unliebsame Twitter-User als "Ratten, die in ihre Löcher zurück geprügelt werden müssen". Wahnsinn. Wir finanzieren Menschen- und Demokratiefeinde mit Zwangsgebühren."

AFP-Politiker Georg Pazderski veröffentlicht ein Foto des ARD-Journalisten Nils Dampz und fragt, welche Konsequenzen für den Verfasser des Ratten-Kommentars vorgesehen seien.

Und Focus-Journalist Jan Fleischhauer fragt sich, ob der Text zu den Ratten vielleicht auf Twitter geblockt würde.

Anna Schneider von der WELT fragt angesichts des Twitter-Kommentars ob da wirklich Elon Musk das Problem sei.

Viele Twitter-Userinnen und -User - wie der Historiker Stephan Anpalagen schreiben, es gehöre zur Allgemeinbildung, Menschen nicht als Ratten zu bezeichnen.