Bei 16 Grad: Müssen Schüler in Frankreich jetzt frieren?

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Von Julika Herzog  mit AFP
Thermostat in Schule
Thermostat in Schule   -   Copyright  AFP

Die hohen Energiepreise für Strom, Gas und Öl belasten die öffentlichen Kassen - auch in Frankreich. Hier könnte insbesondere der Strom knapp werden. Wegen Wartungsarbeiten an den alternden Atommeilern könnte es im Winter zu Versorgungsengpässe kommen, selbst Unterbrechungen des Stromversorgung drohen ab Januar.

Schulen sparen durch weniger Heizung und ausgeschaltete Uhren

Damit das Stromnetz nicht überlastet wird und um die Kassen der Kommunen zu entlasten, sollen nun Alle Energie sparen - auch die Schulen. Ein Gymnasium in der Bretagne hat sich der Herausforderung gestellt. Dank neuer Thermostate wurde zum Beispiel die Temperatur gedrosselt:

"Auf 19 Grad in den Räumen, in denen die Leute sitzen und in denen sie arbeiten, weil man hier die Kälte schneller spürt und auf 16 Grad in allen Gemeinschaftsräumen, in den Toiletten und allen Orten, an denen sich die Menschen bewegen und wenig aufhalten", erklärt der von der Region beauftragte Guillaume Talon.

Schüler und Schülerinnen beschweren sich, weil es zu kalt ist

Eine weitere Maßnahme: das Abschalten mehrerer Uhren, womit 800 Euro jährlich gespart werden können. Auch das automatisierte Licht wird früher ausgeschaltet. Öko-Beauftragte aus der Schülerschaft wie Louise Chauvel sollen ihren Mitschülern und Mitschülerinnen die Veränderungen erklären: "Einige beschweren sich, weil es zu kalt ist, aber die meisten akzeptieren es und verstehen den wirtschaftlichen Aspekt."

2021 betrugen die Energiekosten für alle 115 öffentlichen Gymnasien in der Bretagne rund 14,5 Millionen Euro. Für 2022 werden die Mehrkosten auf 28 Millionen Euro geschätzt. Die Region Bretagne hat sich nun zum Ziel gesetzt, in den verschiedenen Einrichtungen zwischen 15 und 20 % der Energiekosten einzusparen.