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Verstärkter Kampf der Luftverschmutzung in Europa

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Von Stefan Grobe  & Grégoire Lory
Smog über Brüssel
Smog über Brüssel   -   Copyright  Geert Vanden Wijngaert/AP   -  

Die Europäer sind besorgt über die Luftverschmutzung. Um die angebliche Untätigkeit der Behörden anzuprangern, beschlossen neun belgische Bürger, die Regionalregierungen des Landes wegen Verletzung ihrer Grundrechte zu verklagen.

Beschwerdeführer ist Eric Vandezande. Der heute 60jährige dachte, er leide nicht mehr an Asthma. Doch seit einigen Jahren hat er wieder Atembeschwerden.

Vor fünf Jahren sei sein Asthma zurückgekommen, und er habe einen direkten Zusammenhang mit der Luftverschmutzung erkannt, sagt er. Seine Lungenärztin habe ihm gesagt, dass er seine Cortison-Dosis für ein paar Wochen verdoppeln könnte. Dieses Telefongespräch sei mit einer Verschmutzungsspitze zusammengefallen.

Die belgischen Kläger fordern die Behörden auf, die Schadstoffgrenzwerte gemäß den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu senken. Die Europäische Kommission schlug unterdessen am Mittwoch neue, strengere Regeln zur Luftqualität vor. Ziel ist es, die EU bis 2030 näher an die WHO-Standards heranzuführen und bis 2050 Null Verschmutzung zu erreichen. Luftverschmutzung verursacht jedes Jahr den vorzeitigen Tod von 300.000 Menschen in Europa.

Mit der neuen Gesetzgebung hofft Brüssel, die Todesfälle in den kommenden zehn Jahren um fast 80 Prozent verringern zu können, so Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius.Das komme nicht nur der Gesundheit der Bürger zugute, sondern auch der Wirtschaft.

Die Kommission schlägt vor, kollektive rechtliche Schritte einzuleiten, wenn die Gesundheit der Bürger durch die Verletzung der EU-Vorschriften zur Luftqualität beeinträchtigt wird.

Der Fall in Belgien könnte sich daher in Zukunft wiederholen.