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Expo 2020: Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit im Fokus

Expo 2020: Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit im Fokus
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Noch ein Jahr bis zur Weltausstellung 2020 in Dubai: Es ist die erste Veranstaltung dieser Art im Mittleren Osten. Welche lokalen und globalen wirtschaftlichen Auswirkungen wird die Veranstaltung haben? Was sind die Folgepläne? Thema dieser Sonderausgabe von Business Line gleich auf euronews. Das euronews-Wirtschaftsprogramm "Business Line" beleuchtet das Thema in einer Sonderfolge.

Erste Expo im arabischen Raum

Die Expo 2020 wird die erste Weltausstellung im arabischen Raum sein und zugleich mit der höchsten Anzahl ausländischer Besucher überhaupt: Bis zu 25 Millionen Besuche werden erwartet, rund 70 Prozent von außerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate.

Rund 190 Länder werden an der halbjährigen Veranstaltung teilnehmen. Über 80 Nationen bauen eigene Pavillons. Große Bauarbeiten sind bereits abgeschlossen. Das Projekt hat kürzlich einen wichtigen Meilenstein erreicht.

Krönender Moment für die Expo

Mitte September brachten rund 800 Bauexperten den letzten Abschnitt des Al Wasl ("Verbindung") auf arabisch) Doms in Position: Eine 67 Meter hohe und 130 Meter breite Kuppel aus Stahlgitter, die die Al Wasl Plaza überwölbt. Das Bauwerk bildet das Herzstück des Expo-2020-Geländes

"Wir hatten das beste Team mit Ingenieuren, Firmen und Spezialisten aus aller Welt, um diese technische Herausforderung zu bewältigen. Damit haben wir ein neues Wahrzeichen in Dubai geschaffen", so Ahmed Al Khatib, Entwicklungs- und Lieferchef der Expo 2020 Dubai.

Hinter der kühnen Architektur der 724.000 Kubikmeter großen Struktur steckt eine Idee, die vom Alltag inspiriert ist:

"Als wir das Projekt vorstellten, definierten wir den Dom als Treffpunkt, als 'Wohnzimmer' für die Expo, der ein schattiges Mikroklima schafft. Eine Art Garten in einer Struktur dieser Größenordnung zu haben, ist sehr speziell und äußerst selten", erklärt der Architekt Gordon Gill. _"Die Kuppel ist eine 360-Grad-Projektionsfläche, die man sowohl von innen als auch von außen erleben kann. Das Gewebe besteht aus Fiberglas und lässt Licht durch, das ist wirklich einzigartig. Dahinter steckt eine besondere Technologie, so etwas gab es noch nie."
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Das Projekt bleibt bisher unter dem Budget, das eine Bank kürzlich auf 6,2 Milliarden Euro bezifferte. Während andere Städte nicht immer langfristig von der Ausrichtung der Expo profitiert haben, könnte Dubai die Ausnahme sein: Laut Prognosen könnte die Weltausstellung 1,5 Prozent zum jährlichen Bruttoinlandsprodukt der VAE beitragen.

"Wir sind auf 25 Millionen Besucher eingerichtet", so Shaun Vorster, Programm-Vizepräsident der Expo 2020. "Um 25 Millionen Besucher zu bewältigen, das ist so, als würde man die gesamte Bevölkerung eines Landes wie Australien in einem Zeitraum von sechs Monaten zu einem Ziel bringen. Das ist unser Ehrgeiz."

Wirtschaftliche Auswirkungen

Dubai hegt große Ambitionen mit der Expo 2020. Aber welche wirtschaftlichen Vorteile haben die teilnehmenden Länder? Darüber sprach euronews mit dem neuseeländischen Generalkommissar für die Expo, der erklärt, warum sein Land auf die Expo setzt.

Euronews-Reporterin Jane Witherspoon:"Clayton Kimpton vielen Dank, dass Sie bei uns sind. 192 Länder werden auf der Weltausstellung in Dubai präsent sein. Wie wird sich Neuseeland von der Masse abheben?"

Clayton Kimpton, neuseeländischer Generalkommissar für die Expo:"Wir verstehen uns als kreativ, innovativ - auf der Suche nach Problemlösungen, die gut für die Welt sind."

Euronews:"Neuseeland blickt auf ein reiches Geschichtserbe zurück, das in ihren Themenbereichen dargestellt wird."

Clayton Kimpton:"Das ist richtig. Unsere Ureinwohner, die Maori und die Werte, die sie mitbringen, stehen im Mittelpunkt unseres Pavillons. Wir sind nicht nur ein Land, das sich um die Umwelt kümmert. Wir sind der Überzeugung, dass die Umwelt und die Menschen untrennbar miteinander verbunden sind. Und wenn wir uns umeinander kümmern, ist das gut für zukünftige Generationen."

Euronews:"Ihre größten Handelspartner sind Australien, die USA und Japan. Wie trägt eine Veranstaltung wie die Expo dazu bei, das weiter zu vertiefen?"

Clayton Kimpton: "Der Handel ist für Neuseeland unglaublich wichtig und neben den von Ihnen erwähnten Länder sind auch China und die USA wichtige Handelspartner. Wir lassen nicht alle Eier in einem Korb."

Euronews:"Die VAE sind Ihr zehntgrößter Handelspartner. Wie wollen Sie diese Beziehung entwickeln und stärken?"

Clayton Kimpton:"Die VAE sind nicht nur für das, was wir hier verkaufen, wichtig, sondern auch für den Re-Export nach Nordafrika, nach Zentralasien und Europa. Deshalb streben wir eine Entwicklung und ein Wachstum unserer Beziehungen an. Es gibt bereits eine Reihe von neuseeländischen Unternehmen hier. Sie sollen größere Zentralen und regionale Büros hier einrichten, damit ihre Produkte weiter exportiert werden können."

Euronews:"Milchprodukte, Fleisch und Wein sind ihre Exportschlager. Welche Bereiche der Industrie, der Technologie wollen Sie weiter vorantreiben?"

ClaytonKimpton: _"Wir haben eine sehr große Filmproduktionsindustrie. Wir wollen, dass der IT-Sektor, Gesundheit, Bildung und Technologie wachsen. Wir wollen nicht, dass die gut laufenden Exporte abnehmen, aber wir wollen auch die anderen Bereiche vorantreiben. Wir sind davon überzeugt, dass Neuseeland erstaunliche Lösungen hervorbringt, die nicht nur gut für uns, sondern auch gut für die Welt sind. Das ist unser Beitrag zur Expo."
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Was bleibt nach der Weltausstellung?

Und schließlich geht es bei einer Weltausstellung nicht nur darum, eine erfolgreiche Veranstaltung zu organisieren, sondern auch darum, ein dauerhaftes Erbe zu schaffen. Was von der Expo bleibt ist Teil des Projekts und kommt durch den Post-Expo-Geländeplan zum Ausdruck. 80 Prozent der bebauten Fläche bleiben im 'Bezirk 2020' erhalten.

"Wir bebauen im Grunde genommen ein Gelände, auf dem anfangs ein Event veranstaltet wird", meint Khalid Sharaf, Direktor für internationales Business Management bei der Expo. _"Danach verwandelt sich der Ort in ein Ökosystem, das Start-ups und Großunternehmen, Konglomerate und Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen zusammenführt, um eine Art Silicon Valley zu schaffen."
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Die Expo wird in einer Freizone gebaut - einem Gebiet mit eigener Rechtsprechung, das es internationalen Unternehmen erleichtert, sich dort niederzulassen und Geschäfte zu tätigen.

"Die größten Branchen, die das Wachstum in Dubai und den VAE vorantreiben, sind derzeit die Immobilien-, Logistik-, Reise- und Bildungsbranchen", so Khalid Sharaf. "Dazu kommen künftig Industriezweige wie Künstliche Intelligenz, Big Data oder Internet der Dinge."

Die globalen Projekte werden durch die "Expo live" weiterentwickelt: Ein 90-Millionen-Euro-Programm zur Unterstützung kreativer Projekte, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen und dem Motto der Expo "connecting minds, creating the future" entsprechen.

"Gerüstet sein für die Zukunft und sicherstellen, dass unsere Expo während der sechsmonatigen Laufzeit die Bedeutung nachhaltigen Lebens unterstreicht, dass Regierungen eine nachhaltige Politik anstreben, Unternehmen sich für nachhaltigere Geschäftspraktiken interessieren bzw. nachhaltiger handeln, vom Kunststoff über die Art und Weise, wie wir einen bestimmten Standort bauen, wie man Technologien in der Stadt einsetzen kann", erklärt Yousuf Caires, Vizepräsident Expo Live.

Die Expo 2020 hat bereits einiges in Bewegung gesetzt: Viele Big Player engagieren sich über die Expo hinaus:

"Siemens hat sich entschlossen, nach der Expo sein globales Logistikzentrum hier im 'Bezirk 2020' aufzubauen und auch Accenture wird hier ein Innovationszentrum einrichten", erzählt Marjan Faraidooni von der Expo 2020. "Und wir haben kürzlich eine Zusammenarbeit mit Atlas Capital angekündigt. Wir setzen unsere Folgestrategie in unserer Distrikt 2020-Strategie fort, um Unternehmen anzuziehen."