Eine neue Phase in den Wirtschaftsbeziehungen Großbritanniens mit Europa zeichnet sich ab – geprägt von praktischer Partnerschaft und einem klaren Fokus auf langfristige Geschäftsgelegenheiten.
Für europäische Unternehmen wird die Botschaft aus Großbritannien immer deutlicher: Großbritannien ist offen für Geschäfte und bestrebt, ein pragmatischer und kooperativer Handelspartner zu sein. Die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sind in einem langfristigen Wachstumsplan verankert, der auf der modernen Industrie- und Handelsstrategie Großbritanniens basiert, die im Juni angekündigt wurde.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und Europa sind trotz der Schwankungen des letzten Jahrzehnts für beide Seiten von entscheidender Bedeutung geblieben. In den zwölf Monaten bis September 2025 erreichte der gesamte Handel zwischen Großbritannien und der EU 860 Milliarden Pfund, was fast der Hälfte des gesamten Handelsvolumens Großbritanniens entspricht.
Die britischen Exporte allein in die EU beliefen sich auf einen Wert von 388 Milliarden Pfund (ONS-Zahlungsbilanz Juli bis September 2025), wodurch Europa zum wichtigsten Exportmarkt Großbritanniens wird.
Ceri Morgan, der Handelskommissar Seiner Majestät für Europa, sagt: „Die Europäische Union ist Großbritanniens wichtigster Exportmarkt; acht unserer zehn wichtigsten Exportmärkte liegen in Europa.“
Diese Zahlen spiegeln die Geografie, die Lieferketten und die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen wider, die Großbritannien und Europa nach wie vor eng miteinander verbinden. Die Neuausrichtung des britischen Handels zielt darauf ab, diese Beziehung für Unternehmen zu verbessern.
Vertiefung der Beziehungen zu Europa
Die Herangehensweise der britischen Regierung an Europa ist fest im wirtschaftlichen Pragmatismus verwurzelt und wird von einem Bekenntnis zu Stabilität und der Achtung der Rechtsstaatlichkeit geleitet.
Der Schwerpunkt liegt darauf, Handelshemmnisse nach Möglichkeit abzubauen, die Zusammenarbeit zu stärken und neue Möglichkeiten auf beiden Seiten des Ärmelkanals zu schaffen.
Wie Ceri Morgan es ausdrückt: „Wirtschaftswachstum ist die zentrale Aufgabe der britischen Regierung, und die Partnerschaft mit der Wirtschaft ist der Schlüssel zur Erreichung dieses Ziels.“
Dieser Fokus auf Partnerschaft spiegelt einen umfassenderen Kurswechsel wider – einen, den europäische Unternehmen bereits wahrnehmen.
Ein zentrales Merkmal dieser Strategie ist die erneute Betonung starker bilateraler Beziehungen mit wichtigen europäischen Partnern. Die jüngsten Abkommen mit Frankreich, Deutschland und Spanien zielen darauf ab, den politischen guten Willen in konkrete wirtschaftliche Möglichkeiten umzusetzen.
Die Industriestrategiepartnerschaft zwischen Großbritannien und Frankreich vom Juli 2025 stärkt die Zusammenarbeit in wichtigen Sektoren – einschließlich Technologie, sauberer Energie und fortschrittlicher Fertigung – und baut auf früheren Vereinbarungen zur Zusammenarbeit bei politischen Maßnahmen auf, die Lieferketten, wirtschaftliche Sicherheit, Dekarbonisierung, Unterstützung für KMU und mehr umfassen.
Der im Juli 2025 mit Deutschland unterzeichnete Kensington-Vertrag bietet einen Rahmen für eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Sicherheit und Technologie. Zukünftige Wirtschaftsforen sollen Unternehmen dabei helfen, sich über Grenzen hinweg zu vernetzen.
Unterdessen wurde im September 2025 ein strategischer Rahmen zwischen Spanien und Großbritannien vereinbart, um nachhaltiges Wachstum zu fördern und die internationale Sicherheit zu stärken. Er drückt außerdem das Engagement im Kampf gegen den Klimawandel, globale Gesundheitskrisen und soziale Ungleichheit aus.
Neben diesen Einzelabkommen unterzeichneten Großbritannien und Europa im Januar 2026 auch einen historischen Pakt für saubere Energie (die Hamburger Erklärung), der auf Folgendes abzielt: 100 GW gemeinsame Offshore-Windprojekte, die in gemeinsam genutzten Gewässern entstehen (gov.uk/government/news/uk-and-europe-sign-historic-pact-to-drive-clean-energy-future).
Zusammen senden diese Rahmenbedingungen ein klares Signal: Großbritannien zieht sich nicht aus Europa zurück, sondern strebt eine engere Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen an.
Ein Tor für Handel und Investitionen
Die Handelsströme erzählen nur einen Teil der Geschichte. Die Investitionsbeziehungen zwischen Großbritannien und Europa zählen weiterhin zu den stärksten weltweit.
Ende 2024 hielten britische Unternehmen 782 Milliarden Pfund Aktieninvestitionen in Europa, während europäische Investoren 966 Milliarden Pfund in Großbritannien hielten. Diese wechselseitigen Kapitalströme spiegeln die Rolle Großbritanniens sowohl als Ziel für europäische Investitionen als auch als Startrampe für globales Wachstum wider.
Dies wird durch weitergehende wirtschaftliche Signale verstärkt. Das BIP-Wachstum im Vereinigten Königreich im Jahr 2025 zählte zu den stärksten der G7-Länder, während internationale Investoren Großbritannien weiterhin als sicheren und attraktiven Standort für Geschäfte unterstützen.
Blick in die Zukunft: Zusammenarbeit in einer sich wandelnden Welt
Neben strategischen Entscheidungen und internationalen Abkommen geht es bei der Neuausrichtung des Handels auch um die praktische Umsetzung. Die Unterstützung der britischen Regierung konzentriert sich zunehmend darauf, Unternehmen beim Wachstum im In- und Ausland zu helfen.
Eine wichtige Rolle kommt dabei der UK Export Finance zu, der offiziellen Exportkreditagentur Großbritanniens. UKEF wurde entwickelt, um Käufern und Lieferanten zu helfen, Risiken zu reduzieren, Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten und Projekte reibungsloser abzuwickeln, indem Garantien, Darlehen und Versicherungen bereitgestellt werden.
Die sich entwickelnde Partnerschaft Großbritanniens mit Europa findet vor dem Hintergrund globaler Volatilität statt. Geopolitische Spannungen und Unterbrechungen der Lieferketten prägen die Art und Weise, wie Länder und Unternehmen über den internationalen Handel nachdenken. Der beste Weg, die europäische Industrie vor unfairem globalen Wettbewerb zu schützen, besteht darin, die Stärke der Märkte Großbritanniens und der EU zu bündeln.
Das Vereinigte Königreich gilt als verlässlicher, regelbasierter Partner, der sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit engagiert. Es unterstützt weiterhin die Reform der Welthandelsorganisation und setzt sich für stabile und faire internationale Handelssysteme ein.
Die oben genannten jüngsten Abkommen sollen signalisieren, dass Großbritannien die Zusammenarbeit mit Europa als einen Rahmen betrachtet, der durch Vorhersehbarkeit, Partnerschaft und gemeinsames Wachstum gestärkt wird.
„Mein Team arbeitet in 34 Ländern daran, eine florierende Handels- und Investitionsbeziehung zwischen Großbritannien und Europa zu fördern,“ sagt Morgan. „Großbritannien ist bereit, mit Ihnen als Startrampe für Wachstum zusammenzuarbeiten.“