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Wie kann die EU Entwicklungsländern helfen?

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Wie kann die EU Entwicklungsländern helfen?

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“Die Hilfe, die aus den entwickelten Ländern nach Afrika fließt, ist gut, doch ich denke, dass Afrika eines Tages auf eigenen Beinen stehen sollte. Ein großer Bruder kann eine Hilfe sein, wenn man eine Brücke überquert. Doch man muss erwachsen werden und die Brücke allein überqueren können”, sagt Grace Mueni Nyaa, die zum ersten Mal aus Kenia nach Brüssel gekommen ist. Sie ist da, um zu erzählen, wie sie ihr Heimatdorf Kyome innerhalb von sieben Jahren zu einem Landwirtschaftsverein verwandelt hat. Mit der logistischen und technischen Hilfe der EU entsprechen die dort angebauten Früchte und das Gemüse den geltenden Normen. Die Kyome Fresh Company exportiert in die ganze Welt. Grace ist das Sinnbild gelungener Hilfe. “Wir müssen wirkliche Partnerschaften aufbauen. Unsere Partner, die Entwicklungsländer, erwarten von uns, dass wir ihr Wachstum unterstützen, die nachhaltige Entwicklung, insbesondere im Energiesektor und in der Landwirtschaft”, so Entwicklungs-Kommissar Andris Piebalgs. Dem Kommissar geht es darum, das Geber-Empfänger-Modell zu überwinden und den armen Ländern zu Wachstum zu verhelfen. Denn obwohl die 27 der größte Geber sind, bleiben Erfolge aus. Zudem wären Wirtschafts- und Finanzkrise ein guter Grund zu weniger Großzügigkeit. Um der Debatte über Strategien in der Entwicklungspolitik größeren Raum zu geben, hat die Kommission ein so genanntes Grün-Buch veröffentlicht. Die Bürger Europas sind aufgerufen, sich darüber zu äußern, wie diese Politik wirksamer, gerechter und nachhaltiger gestaltet werden kann. Und wie die Versorgung mit Lebensmitteln gewährleistet werden kann. Regierungsunabhängige Organisationen warnen vor den Folgen eines Wachstums für arme Bevölkerungen und fordern mehr Transparenz. “Wir zwingen Unternehmen in unseren Ländern ja nicht einmal dazu, die Höhe der Zahlungen offenzulegen, die sie an Regierungen in Entwicklungsländer leisten. Die Kommission hat zugesagt, bis Ende 2011 dafür einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen”, wendet Eloise Todd, Brüsseler Leiterin der Organisation “One” ein. Elise Ford von der Organisation “Oxfam” sagt: “Es sieht aus, als könnte Wachstum zu einer Ausrede dafür werden, traditionelle Bereiche der europäischen Entwicklungshilfe zurückzuschneiden. Es geht um Bereiche wie Gesundheit, Unterricht. Das alles steht den Menschen zu, denen geholfen wird, wenn es um nachhaltige Entwicklung geht. Wir sind besorgt, dass sich die Aufmerksamkeit auf den privaten Sektor richtet und dass Schlüsselbereiche vernachlässigt werden könnten.” Auch verweisen Entwicklungsfachleute darauf, dass der innerafrikanische Handel gering ist. Exportiert wird vor allem auf andere Kontinente. “Der beste Weg ist die Förderung der regionalen wirtschaftlichen Integration”, gibt Donald Kaberuka, Chef der Afrikanischen Entwicklungsbank zu bedenken. “Dafür muss die Infrastruktur geschaffen werden, müssen Handels- und andere Barrieren abgebaut werden. Das gleiche hat auch Europa getan.” Die Beratungen dauern bis Ende Januar, danach sollen Schlüsse gezogen werden. Endgültige Vorschläge will die Europäische Kommission Ende 2011 machen.