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Bioplastik aus Molke

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Bioplastik aus Molke

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Elodie Bugnicourt/IRIS:

“Wir haben ein neues Bioplastik entwickelt, das auf Molke basiert. Dadurch wird die Verpackung von Nahrungsmitteln recyclebar.”

Dank der Verwendung von Molke ist das neue Plastik biologisch vollständig abbaubar.

Elodie Bugnicourt/ IRIS:

“Molke ist ein Abfallprodukt der Käseproduktion. Sie enthält sieben Prozent Trockenmasse, die reich an Proteinen ist. Diesen Anteil können wir für die Produktion unseres “Wheylayer”-Plastiks nutzen. Unseres neuen Bioplastiks.”

In der europäischen Käseproduktion fallen jedes Jahr rund fünzig Millionen Tonnen Molke an. Ein Teil der Molke wird verwendet, um daraus zum Beispiel proteinreiche Spezialgetränke für Bodybuilder herzustellen. Der Rest aber landete bislang auf dem Müll.

Ein EU-Projekt in Katalonien versucht deshalb, diesen Ausschuss zu reduzieren und daraus neue Produkte mit einzigartigen Eigenschaften zu kreieren.

Die flüssige Molke wird zunächst gefiltert, dann getrocknet, um die Trockenmasse zu extrahieren.

Daraus wird dann ein dünner Film Plastik hergestellt, der sowohl wasserundurchlässig, wie auch luftdicht ist. So lassen sich Lebensmittel schützen und man kann das Plastik wieder recyceln.

Klaus Noller/Fraunhofer Institut:

“Dieses Molkeprotein kann in Wasser durch Enzyme aufgelöst werden. Dadurch werden die Schichten voneinander getrennt.Das macht das Recyclen der einzelnen Materialien wesentlich einfacher.”

Diese Wiederverwertbarkeit ist ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichem Plastik, das auf nichtrecyclebaren fossilen Ressourcen basiert, die sich auch in hunderten von Jahren nicht zersetzen.

In nur zwei Jahren soll die Molkeplastik-Technologie so weit sein, dass sie Industriestandard erreicht. Dann sind individuell gestaltbare Verpackungen möglich, die noch dazu vollständig biologisch abbaubar sind.

Elodie Bugnicourt/ IRIS:“Das Projekt besteht aus vierzehn Partnern. Sie kommen aus der Wissenschaft, der Verpackungsindustrie, der Recyclingindustrie und der technischen Produktentwicklung. Es war notwendig, das Wissen all dieser Partner zu kombinieren, um das Projekt zum Erfolg zu führen.”

WEB:
www.wheylayer.eu