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Das Silk Road Ensemble spannt Brücke zwischen Kulturen

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Das Silk Road Ensemble spannt Brücke zwischen Kulturen

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Orient und Okzident musikalisch vereint: Im Silk Road Ensemble treffen Musiker aus verschiedensten Kulturen zusammen. Das Ensemble wurde von dem weltberühmten Cellisten Yo-Yo Ma ins Leben gerufen. Wir trafen die Musiker auf ihrer Asien-Tour in Seoul. Eine Besonderheit des Ensembles ist die Vielfalt der Instrumente, wie die Pipa, gespielt von der Chinesin Wu Man. “Sie wurde vor 2000 Jahren aus Persien und Zentralasien eingeführt. Das geschah auf dem Handelsweg der Seidenstraße. Daher passt das Instrument besonders gut in das Silk Road Ensemble. Man spielt mit fünf Fingern und benutzt künstliche Fingernägel. Das ist eine moderne Methode, die es erst seit den fünfziger Jahren gibt. Die Pipa hat vier Saiten und die Bünde sind aus Bambus.“

Kayhan Kalhor ist ein Virtuose auf der Kamancheh, die auch Stachelfidel genannt wird. “Mein Instrument, die Kamancheh, ist ein Streichinstrument. Der große Unterschied zu anderen Streichinstrumenten besteht darin, dass man in eine Richtung streicht und dann das Instrument drehen muss, um die anderen Saiten zu erreichen. Die Kamancheh sieht ein bisschen anders aus als die westliche Geige, aber im Grunde genommen, ist es das gleiche Prinzip. Eines Tages entstand das Instrument in Persien und kam ostwärts nach China und Japan und erreichte dann westwärts Europa.”

Namenspate des Projekts ist die Seidenstraße. 2000 Jahre lang verband die Handelsroute China über Zentral- und Westasien mit dem Mittelmeer und war Ort kulturellen Austauschs.

Der Austausch von Ideen steht im Mittelpunkt, genauso wie die Weitergabe von Erfahrungen. Deshalb nehmen sich die Musiker auch immer Zeit für Workshops, wie hier während ihrer Asien-Tour in Seoul. Die Kinder im Alter von acht bis 12 Jahren spielen im Sejong Jugendorchester. Sie erhalten die Instrumente und kostenlosen Musikunterricht, den sich ihre Familien eigentlich nicht leisten können.

Gründer Yo-Yo Ma erklärt: “Ich arbeite besonders gern mit Menschen zusammen, die vielleicht nicht so viele Möglichkeiten und Chancen haben, zu interagieren, zu lernen und kreativ bei der Entstehung von etwas dabei zu sein. Ich möchte diese Erfahrungen als auch diese Auftritte so unvergesslich wie möglich gestalten. Deshalb mache ich es, dass es für mich und die anderen etwas ist, woran wir uns noch lange gern erinnern. Ich hoffe auch, dass die jungen Menschen viele solche Erfahrungen machen können und das diese dazu beitragen, ihre Persönlichkeit zu stärken.”

Das Ensemble entwickelt sich ständig weiter. Auf ihrer musikalischen Reise spannen die Musiker die Brücke zwischen westlichen und fernöstlichen Klängen. Kayhan Kalhor unterstreicht: “Es ist eine andere Sprache, sehr facettenreich, farbenfroh und man lernt in größeren Dimensionen zu denken, als in seiner eigenen Musikkultur.”

In diesem Beitrag hören Sie Auszüge aus:

“Ascending Bird”, arrangiert von Colin Jacobsen und Siamak Aghaei, Mitglieder des Silk Road Ensembles

Für weitere Auszüge aus unseren Interviews mit dem weltberühmten Cellisten Yo-Yo Ma, dem Kamancheh-Spieler Kayhan Kalhor und der Pipa-Spielerin Wu Man klicken Sie bitte hier: Bonus Yo-Yo Ma/