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Neues Naturmaterial soll Plastik ersetzen

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Neues Naturmaterial soll Plastik ersetzen

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In einem Forschungsinstitut in Brindisi in Süditalien wird gekocht. Aber nicht etwa Pasta und Gemüse kommen hier in den Topf – sondern Textilien aus Naturfaser, Bio-Harze, Bio-Zusätze und Enzyme.

Mehrere Stunden gart diese Mischung bei 60 Grad im Ofen, wo sie zu einem plastikähnlichen Material verschmilzt.

Andrea Ferrari, Koordinator der Recycling-Firma Woody Project D´Appolonia S.a.P., erklärt: “Darin sind Leinenstoffe enthalten und natürliche Harze. Es ist ein nachhaltiges Produkt, und es ist vollkommen bio”.

Ein neues Material aus natürlichen Zutaten – diese Forscher eines EU-Projekts träumen davon, dass die neue Biosubstanz bald herkömmliches Plastik ersetzen wird.

So auch Andrea Ferrari: “Wir sind überzeugt, dass wir sehr bald Materialien auf Erdölbasis durch reine Naturmaterialien ersetzen können. Wir mischen Produkte wie Baumwolle, Leinen und Hanf. Dazu kommen dann Harze, die zum Beispiel aus Zucker bestehen. Zucker, der nicht in der Lebensmittelindustrie verarbeitet wird.”

Bevor das neue Bio-Plastik auf den Markt kommen kann, muss es getestet werden. Härte, Bruchfestigkeit, Formbarkeit und Elastizität werden geprüft und ausgewertet, Und die Werte mit denen von herkömmlichem Kuntstoff verglichen.

Andrea Salomi, Ingenieur bei der italienischen Forschungseinrichtung CETMA: “Was die mechanischen Eigenschaften betrifft, ist das Naturmaterial “normalem” Plastik noch unterlegen. Es lässt sich zum Beispiel leichter biegen und ist nicht ganz so stabil. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass es für das Bio-Produkt weniger Verwendung gibt. Es hängt ganz davon ab, was für ein Endprodukt daraus entstehen soll.”

An Ideen für Produkte aus Natur-Plastik mangelt es nicht, die Einsatzmöglichkeiten werden derzeit in virtuellen 3-D-Systemen getestet.

Das Material könnte etwa für die Ausstattung von Automobilen verwendet oder in Musikinstrumenten verbaut werden. Auch für Baumaterial ist es geeignet.

Guy Simmonds vom portugiesischen Hersteller Anthony, Patrick Murta: “Derzeit wird noch daran gearbeitet, die Qualität des Materials zu verbessern. In einem Jahr werden wir hoffenlich eine Top-Qualität erreicht haben – und das zu günstigen Preisen. Die Bio-Variante wird 20 bis 25 Prozent teurer sein als klassischer Kunststoff. Das würde einen Preisanstieg von 30 bis 40 Cent pro Kilo Material bedeuten.”

Forscher hoffen, dass das neue Naturmaterial in drei oder vier Jahren den Plastik-Markt erobern wird.

Mehr Informationen unter
www.woodyproject.eu