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Böse Überraschungen mit Mietwagen vermeiden

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Böse Überraschungen mit Mietwagen vermeiden

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euronews-Reporterin Monica Pinna:
“Komplizierte Versicherungen, versteckte Kosten. Manchmal kann es zum Albtraum werden, ein Auto zu mieten. Italien gehört zu den Ländern mit den meisten Kundenbeschwerden. ‘Right on’ zeigt die häufigsten Probleme und wie man sie vermeiden kann.”

Mietwagenkundin Salvatrice Bufalino: “Für unseren Italienurlaub mieteten wir ein Auto. Bei der Rückgabe warfen wir den Schlüssel in den Briefkasten, da niemand da war. Zu Hause erlebten wir dann eine böse Überraschung: Ohne jegliche Erklärung waren 600 Euro von unserem Konto abgebucht worden.”

Salvatrice wohnt in Lyon. Fast ein Jahr ist seit ihrem Urlaub vergangen. Ihr Erlebnis ist kein Einzelfall: Ihr Wort steht gegen das der Autovermietung. Ihre Beschwerde wird nun vor einem italienischen Gericht verhandelt. Für sie bedeutet das, die Suche nach einem Anwalt und zusätzliche Kosten, um ihre 600 Euro zurück zu bekommen.

Salvatrice Bufalino: “Nach meiner Beschwerde erhielten wir diese Fotos. Wir wissen nicht, wann sie aufgenommen wurden, aber wenn Sie meinen Vertrag damit vergleichen, können Sie die Kreuze sehen. Sie zeigen, dass das Auto bereits beschädigt war, als wir es mieteten. Das ist Abzocke, sie haben die Fotos nicht mit dem Vertrag verglichen. Ich hoffe, dieses Dokument beweist meine Unschuld.”

Ihr Fall wurde von den Europäischen Verbraucherzentren in Frankreich und Italien untersucht. In Rom sprachen wir mit Monica De Gregorio. Sie ist Expertin für Mietwagen-Beschwerden und verfolgt durchschnittlich 80 internationale Fälle pro Jahr.

Monica De Gregorio, Europäisches Verbraucherzentrum Italien:
“Wir hatten diesen Fall aufgrund der Antwort des Autovermieters bereits abgeschlossen. Sie gaben uns die Auskunft, dass die Kunden das Auto von einer Agentur mieteten, die inzwischen in Konkurs gegangen ist. Wir haben keine rechtlichen Möglichkeiten. Alle, was bleibt, ist, um Kulanz zu bitten.”

Salvatrice kommt das teuer zu stehen. Denn wenn der Kunde die Autoschlüssel in eine Abgabebox schmeißt, bleibt er verantwortlich für das Auto, bis die Autovermietung den Vorgang abschließt. Salvatrice beklagt, dass das Unternehmen, bei dem sie das Auto mietete, sie nicht über das eingeschaltete Subunternehmen “Car Net” informierte.

Salvatrice Bufalino: “Ich habe bei ‘Budget’ gebucht. Jetzt heißt es, dass ‘Car Net’ in Konkurs gegangen ist, aber ich habe diesen Namen noch nie gehört. Ich habe meinen Vertrag bei einer internationalen Firma unterschrieben, die mich eigentlich vor dieser Art von Problemen schützen sollte. Doch das tut sie nicht. Ich habe sogar das Gefühl, dass sie mich belogen haben.”

‘Avis’, die ‘Budget’ im vergangenen Juni übernommen hatte, fand keine Informationen über den Fall, obwohl sie von den Europäischen Verbraucherzentren kontaktiert worden war. Die französische Avis-Niederlassung sagte zwar die Rückerstattung zu, aber nichts geschah.

Was kann ein Kunde tun, um böse Überraschungen zu vermeiden? Machen Sie den Tank vor Abgabe hundertprozentig voll, um zusätzliche Kosten zu vermeiden. Achten Sie auf Verbote und denken Sie daran, dass zu einem Bußgeld Bearbeitungskosten dazu kommen, wie Mietwagen-Manager Giorgio Salvatori von ‘Auto Europa’ erklärt: “Bei uns sind das 50 Euro. Für jedes Bußgeld muss der Kunde auch 50 Euro Bearbeitungsgebühr zahlen.”

Die Basis-Versicherung deckt nicht alle Schäden. Fenster, Reifen oder das Autodach sind oft nicht mit eingeschlossen. Für mehr Leistung muss man mehr zahlen bzw. eine hohe Eigenbeteiligung akzeptieren. Experten raten, sich unabhängig zu versichern. Das Kleingedruckte sollte man aber immer lesen.

Monica De Gregorio: “In Italien gibt es Regionen mit hohem Diebstahlrisiko. In diesen Gebieten setzen einige Autovermietungen im Falle eines geklauten Autos die doppelte Selbstbeteiligung an. Die gefährdeten Regionen sind Kampanien, Basilikata, Molise, Apulien und Kalabrien.”

Bei der Autorückgabe ist es wichtig, die Schlüssel einem Mitarbeiter zurückzugeben und das Auto mit ihm zusammen auf Schäden zu überprüfen.

Monica De Gregorio: “Von den Beschwerden, die wir bekommen, wird nur ein Bruchteil zugunsten der Verbraucher entschieden. Oft gibt der Autovermieter nicht nach.”

Und wenn der Urlaub vorbei ist, heben Sie die Verträge auf und prüfen Sie ihre Kreditkartenabrechnung.