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Der Deichgraf gibt auf

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Der Deichgraf gibt auf

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Der Ministerpräsident von Brandenburg Matthias Platzeck tritt Ende August wegen seiner angeschlagenen Gesundheit als Regierungschef und von seinen SPD-Ämtern zurück. Nach einem leichten Schlaganfall im Juni war der 59-jährige Platzeck an diesem Montag aus der Erholungspause zurück im Dienst – allerdings nicht in Potsdam sondern bei der SPD in Berlin. Und dann wurde bekannt, dass der dienstälteste deutsche Ministerpräsident, der Brandenburg zusammen mit den Linken regiert, von seinem SPD-Innenminister Dietmar Woidke (51) ersetzt werden soll.
Auch international bekannt geworden war Matthias Platzeck während der Jahrhundertflut der Oder 1997. Damals trat er – neben Bundeskanzler Gerhard Schröder – resolut in Gummistiefeln auf und bekam als Brandenburgs Umweltminister für sein Krisenmanagement den Spitznamen “der Deichgraf”. Allgemein gilt Matthias Platzeck als beliebt, volksnah und unumstritten.
Seine Gesundheit machte ihm aber schon 2006 einen Strich durch die Rechnung. Nach wenigen Monaten als Bundesvorsitzender der SPD trat Platzeck damals nach einem Gehörsturz und Kreislaufkollaps zurück.
Im Januar hatte Brandenburgs scheidender Ministerpräsident den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit als Vorsitzender des Pannen-Airports Berlin-Brandenburg abgelöst. Ob Platzeck auch dieses Amt aufgeben wird, stand noch nicht fest, doch für den immer wieder in den Negativ-Schlagzeilen stehenden neuen Flughafen BER gibt es nach wie vor kein neues Eröffnungsdatum.
Platzecks Rücktritt mitten im Bundestagswahlkampf ist sicher keine gute Nachricht für die SPD, denn in den Umfragen stand die Partei sicher auch dank des Ministerpräsidenten in Brandenburg weit besser da als bundesweit.