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"Erneuere dich oder stirb"


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"Erneuere dich oder stirb"

Der globale Markt verändert sich rasend schnell – wie kann man da innovativ mithalten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten? Antworten vom 2. internationalen Moskauer “ Open Innovation “-Forum (mit Ausstellung 31.10-01.11), organisiert von führenden Entwicklungs-Institutionen in Russland und der MIT Technology Review.

Was haben Innovatoren den Nicht- Innovatoren voraus?

Bob Metcalfe, Professor für Innovation an der University of Texas in Austin und Miterfinder des Ethernet:

“Für mich ist der wichtigste Unterschied: Sie lernen von Ihren Kunden, hören aufmerksam zu. Das trichtern wir unseren Studenten ein, die wissen wollen, wie man ein Unternehmen führt: die wichtigste Sache ist – rausgehen und den Kunden zuhören.”

Das Ohr beim Kunden ist besonders wichtig in Krisenzeiten, wenn die Nachfrage zurückgeht und die Konkurrenz zunimmt. Vor fünf Jahren hat die weltweite Krise zugeschlagen, neue Standards gesetzt für Wettbewerbsfähigkeit. Und wie üblich ist die Not die Mutter der Erfindung.

Peter Lindholm, Weltbank-Berater für Innovationen:

“Krisenzeiten sind genau der richtige Zeitpunkt für Innovationen. Dann kämpft jeder ums Überleben, und auf die, die in Innovation investiert haben, kann plötzlich ein Boom warten, wenn die Krise vorbei ist. Wer Geld hat, sollte es wirklich in Innovationen investieren. Man ist dann auch mental besser drauf. Ein zufriedener “dicker Fisch” ändert am liebsten nichts. Aber wer um’s Überleben kämpft, muss neue Lösungen finden.”

Ist Russland in so einer Lage? Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew versuchte auf dem Forum, das Publikum zu beruhigen: Ja, die Regierung unterstütze engagiert Innovation und Forschung.

Aber davon sehen die meisten Russen nichts im täglichen Leben. Wir können keinen Unterschied in der Effizienz der öffentlichen Ausgaben erkennen, sagten fast 60% der Befragten im erste öffentliche Bericht über die Umsetzung der russischen Innovationspolitik (April 2013) – obwohl der Staat bei Innovationen klotzen will und nicht kleckern. 2010 hat Russland 5,4 Milliarden Euro für Wissenschaft ausgegeben, zehn mal so viel wie zehn Jahre zuvor.

Aber bevor es wehtut, passiert nichts, meint Igor Schuwalow, stellvertretender Ministerpräsident. Einen Innovationsschub werde Russland erst erleben, wenn der Ölpreis abstürzt.

Stimmt nur teilweise, sagt dazu Oleg Fomichew, stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung:

“Kann schon sein, dass es Innovationen schwer haben in einem Land, in dem aus der Ausfuhr von Öl und Gas ständig Geld sprudelt. Aber das bedeutet nicht, dass sie völlig ausfallen.

Zum Einen braucht schon der Rohstoffsektor mehr Innovationen als je zuvor. Und es gibt in Russland auch viele Bereiche außerhalb der Öl-und Gas-Produktion, die direkt auf dem Weltmarkt operieren. Die IT-Branche zum Beispiel ist in den vergangenen Jahren zweistellig gewachsen.”

In Finnland hat die IT-Branche vor 20 Jahren dazu beigetragen, die Schwerindustrie-lastige Wirtschaft zu restruktuieren. Inzwischen gilt das Land als Brutstätte der kopfgesteuerten Informations-und Kommunikationsindustrie.

Finnland hatte auf eine schwere Rezession in den frühen 1990er Jahren mit mehr Staatsausgaben für Innovation reagiert, in Bildung, Forschung und Entwicklung, innovative Business-Cluster.

Die jüngste Krise und globale Marktveränderungen fordern das Land jetzt wieder heraus. So verlor das Symbol der modernen finnischen Industrie seine Unabhängigkeit und eine Menge Arbeitsplätze – Nokia. Microsoft will Nokias Mobilsparte kaufen.

Pekka Soini, Chef der finnischen Förderagentur für Technologie und Innovation (Tekes), hält die “Nokia -Krise” für eine große Chance zur Erneuerung, für das Unternehmen und auch für ganz Finnland:

“Nokia hat viele Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung in Finnland eingespart und ein Öko- System rund um Nokia gestutzt. Aber diese Menschen, vielleicht 10.000, brechen jetzt auf zu neuen Ufern, gründen Unternehmen, bringen ihre Kompetenzen in Informations-und Kommunikationstechnologie in andere Branchen ein. Das halte ich für eine große Chance für eine nächste Transformation Finnlands in etwas Neues.”

Natalia Marshalkovich, euronews:

“In harten Zeiten ist Innovation für die Wirtschaft wie für den Staat kein überflüssiger Aufwand, sondern ein Mittel zum Überleben und um in Führung zu bleiben. ‘Erneuere dich oder stirb’, sagte Microsoft-Gründer Bill Gates – lang ist es her.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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