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Goodluck Jonathan: "Integration aller afrikanischer Staaten ist gar nicht so schwierig"

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Goodluck Jonathan: "Integration aller afrikanischer Staaten ist gar nicht so schwierig"

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Der Präsident von Nigeria, Goodluck Johnson, spricht im Euronews-Interview über den Wirtschaftsaufschwung seines Landes, die Boko-Haram-Rebellen und ein Fernverkehrsnetz für Afrika:

“Ich stimme überein, dass der wirtschaftliche Aufschwung nicht in allen Ländern, darunter viele afrikanische, nicht immer auch automatisch bessere Lebensbedingungen bedeutet. Viele Menschen profitieren nicht vom Binnenmarkt und das sollten wir ändern. Nur so können wir ein Klima schaffen, ein ökonomisches Klima, von dem alle profitieren bis hin zu den unteren gesellschaftlichen Schichten. Das wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, aber ich bin zuversichtlich.”

“Eigentlich ist die wirtschaftliche Integration aller afrikanischer Staaten gar nicht so kompliziert. Es gibt aber Grenzen. Und die sind in der Infrastruktur begründet. Speziell in den Transportmöglichkeiten für Waren und für Menschen. Wenn Sie von Nigeria aus in andere afrikanische Länder reisen, speziell in südlicher gelegene Länder, müssen Sie erst nach Dubai reisen und dort umsteigen. Wenn Sie weiter nach Nord-Afrika reisen wollen, müssen Sie erst nach London fliegen und dann wieder zurück auf den afrikanischen Kontinent. Umzüge von einem afrikanischen Land in ein anderes sind auch nur schwer zu realisieren. Es ist preiswerter, Transporte nach Europa durchzuführen oder von Europa nach Afrika.”

“Viele Menschen in Nigeria erzählen einem viele unterschiedliche Dinge. Nigeria ist das freieste Land der Welt. Wir haben eine freie Presse, die mich täglich beschuldigt. Das gucke ich mir an und belächle die Artkel. Kein Informant sitzt im Gefängnis.”

“Es gibt unterschiedliche Formen der Wahrnehmung. Sehr unterschiedliche Wahrnehmungen. Das ist weltweit so im Kampf gegen Terrorismus. Terroristen wollen keine Gesellschaften verbessern, sondern sie destabilisieren. Terroristen agieren dämonisch. Ich befolge die international gängigen Verabredungen. Es ist wie auf einem Fußballfeld. Die gegnerische Mannschaft spielt so, wie sie es will. Aber alle auf dem Feld müssen die gültigen Regeln befolgen. Man hat Herausforderungen, auf die man reagieren muss. Alles ist eine Frage der richtigen Balance.”

“Es gibt Korruption. Das kann ich auch für Nigeria nicht verneinen. Es gibt Korruption. Diese spielt sich oft im Verborgenen ab. Man wartet nicht darauf, dass jemand vor aller Augen etwas stiehlt und bestraft den Dieb dann. Deshalb wollen wir die Institutionen in Nigeria stärken, damit gar nicht erst jemand auf die Idee kommt, etwas zu stehlen. Das müssen die Leute verinnerlichen und das muss offen demonstriert werden.”