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Europas Zukunft: Freihandel oder Protektionismus?


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Europas Zukunft: Freihandel oder Protektionismus?

Neunzig Prozent der Konsumnachfrage wird in ein paar Jahren von außerhalb Europas kommen. Real Economy beschäftigt sich diese Woche mit dem Handel. Wir betrachten unsere größten Partner, als auch die Wachstumsmärkte.

Wir untersuchen warum für Europas wirtschaftliche Zukunft starke Abkommen mit seinen Partnern so wichtig sind. Wir schauen uns an, wie sich die Handelsbeziehungen entwickelt haben. Und wie Europa eigentlich von den Partnern gesehen wird, mit denen es Abkommen schließen will.

Sollten sie sich nun wundern, warum wir über den globalen Handel reden, dann stellen sie sich einfach einmal vor, Europa könnte die Verhandlungen über Handelsabkommen schon morgen in Verträge gießen. Dann kämen auf einen Schlag 275 Milliarden Euro zum EU-Bruttosozialprodukt dazu.

Doch, was ist eigentlich ein Freihandelsabkommen? Es soll die Handelsschranken und andere Hindernisse zwischen Ländern abbauen. Diese Schranken schützen normalerweise die einheimische Wirtschaft.

Die Folge? Länder, die einem solchen Abkommen beitreten, können billiger in ihre Partnerländer exportieren, sie können leichter neue Märkte erobern. Konsumenten können aus mehr Produkten auswählen, zu günstigeren Preisen. Eine Folge des Wettbewerbs und der geringeren Zölle.

Aber wie haben sich die Handelsbeziehungen über die Jahre verändert?

Brian Ager, der Generalsekretär des Europäischen Runden Tisches der Industriellen erklärt das am Beispiel des Freihandelsabkommens mit den USA: “Es gibt umfangreiche Beziehungen im transatlantischen Handel: Waren im Wert von rund zwei Milliarden Euro pendeln täglich hin und her. Rund fünfzehn Millionen Jobs hängen auf beiden Seiten des Atlantiks von diesen Handel ab. Er hat einen großen Anteil am Brutto-Sozial-Produkt, hier und in Nord-Amerika.”

Amerika und die EU sind die weltweit größten Handelspartner. Die Zölle liegt bei unter drei Prozent, aber es gibt noch immer haufenweise Handelshemnisse. Diese haben mit dem Gesundheitswesen zu tun, mit der Umwelt und mit Regelungen zu Themen, bei denen die Regierungen keine Kompromisse machen wollen. Diese Hemnisse würden durch ein Handelsabkommen abgebaut werden, es könnten noch mehr Waren verkauft werden.

Doch noch besser sind multilaterale Handelsabkommen, wie Jean Guy Carrier, Generalsekretät der internationalen Handelskammer, erklärt: “Geschäftsleute bevorzugen immer Vereinbarungen zwischen mehreren Ländern. Das Problem mit Abkommen zwischen zwei Ländern ist, dass es davon mehr als 400 gibt, regionale und bilaterale Übereinkünfte. Und in jedem Markt gibt es ständig neue Regeln. Das kann für kleine und mittlere Unternehmen, die Handel treiben wollen und keine Rechtsabteilung haben, ziemlich entmutigend sein. Die Vereinbarungen zwischen mehreren Ländern gelten für alle, das ist besser. Man segelt um die Welt, treibt Handel und kann davon ausgehen, dass die Bedingungen immer die Gleichen sind.

Doch für Europa gewinnen auch die Wachstumsmärkte immer mehr an Bedeutung. Was denken die über Europa?

Indische Unternehmen haben in den letzten zehn Jahren etwa 43 Milliarden Euro in Europa investiert. Zwei Drittel davon entfielen auf Fusionen und Übernahmen. Der Rest auf neue Aktivitäten.

Tata Consultancy Services ist ein indisches Unternehmen, spezialisiert auf IT-Dienstleistungen für Geschäftskunden. TCS übernahm kürzlich das französische Unternehmen Alti, mit seinen 1200 Mitarbeitern. Anschließend kamen noch einmal 300 dazu.

Abhinav Kumar, Marketing und Kommunikationschef von Tata Consultancy Services sagt über die europäischen Markt: “Die Beziehungen zu Europa entwickeln sich gut. Aber ein Freihandelsabkommen würde der ganzen Sache zusätzlichen Schub geben. Experten gehen davon aus, dass solch ein Abkommen den Handel innerhalb von zwei Jahren verdoppeln könnte, von 80 auf 150 Milliarden Euro.

Doch nicht nur IT-Unternehmen sehen ein großes Entwicklungspotential in Europa, sondern auch Arzneimittelhersteller und Fahrzeugbauer. Sunil Prasad, Generalsekretär der Europäisch-Indischen Handelskammer erklärt: “Indische Firmen, wie alle multinationalen Unternehmen, erwarten Einnahmen. Sie wissen, dass Investitionen in Europa eine sichere Sache sind. Das Geschäftsmodell, das Indien in den letzten Jahren entwickelt hat, passt sehr gut zum Nachhaltigkeitsmodell der Europäer.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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