Eilmeldung

Eilmeldung

Westafrika: Ebola-Epidemie weiter auf dem Vormarsch

Sie lesen gerade:

Westafrika: Ebola-Epidemie weiter auf dem Vormarsch

Schriftgrösse Aa Aa

In den westafrikanischen Ländern Sierra Leone, Liberia und in geringerem Ausmaß auch Guinea breitet sich die gefährliche Virusinfektion Ebola weiter aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Gesamtzahl der Ebola-Toten bis zum 8. Juli auf 539 gestiegen.

Bei einem Gipfeltreffen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas in Ghana einigten sich die Mitgliedsstaaten auf einen Solidaritätsfonds zur Bekämpfung der ersten schweren Ebola-Epidemie in Westafrika. Nigeria habe bereits 3,5 Millionen Dollar (2,6 Millionen Euro) zugesagt, hieß es. Andere Staaten der Region sowie die Internationale Gemeinschaft wurden aufgefordert, ebenfalls Gelder für den Fonds bereitzustellen.

Fachleute unter anderem von den Vereinten Nationen warnen, dass vor allem Ängste und Missverständnisse bei der Bevölkerung für die Ausbreitung des Ebola-Erregers verantwortlich seien. So erklärte der Unicef-Regionalddirektor für West- und Zentralafrika Manuel Fontaine, manche Leute bestritten, dass es die Krankheit überhaupt gibt. “Andere denken, dass keine Behandlung nötig ist.” In der Folge misstrauen viele Menschen in Westafrika den Ärzten und verstecken Kranke in ihren Häusern.

Aus diesem Grund sei Aufklärung eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen das tödliche Virus, sagt Dr. Christiane Haas, Fachberaterin Gesundheit beim Deutschen Roten Kreuz. Seit Ausbruch der Epidemie bildete das Rote Kreuz nach eigenen Angaben 2000 Freiwillige in den betroffenen Ländern aus. Sie sollen die Bevölkerung über Präventionsmaßnahmen aufklären. Auch in drei Nachbarländern wurden Freiwillige geschult, um die Gemeinden vorzubereiten für den Fall, dass die Krankheit weiter in der Region um sich greift.

Die Inkubationszeit bei Ebola beträgt bis zu drei Wochen. Da die ersten Symptome jenen bei Typhus und Malaria ähnelten, würden viele Patienten, statt sie zu isolieren, von ungeschulten Gesundheitsmitarbeitern nach Hause geschickt, berichtet die deutsche Ärtztezeitung. Anderswo löse das harmlose Fieber eines Patienten eine Massenpanik aus.

Bei dem Ebola-Ausbruch in Westafrika wurden nach WHO-Angaben seit dem ersten erfassten Auftreten im Februar 888 Fälle gezählt. Die Wahrscheinlichkeit, an Ebola zu sterben, liegt je nach Erregerstamm bei bis zu 90 Prozent. Die Infizierten leiden an Durchfall, Erbrechen, hohem Fieber sowie inneren und äußeren Blutungen. Gegen die sich unter anderem durch Körperkontakt übertragende Virusinfektion gibt es noch immer weder eine Impfung noch ein Medikament.