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Holodomor: Ukraine gedenkt der großen Hungersnot von 1932-33

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Holodomor: Ukraine gedenkt der großen Hungersnot von 1932-33

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Die Ukraine hat am 81. Jahrestag des sogenannten Holodomor der großen Hungersnot von 1932-33 gedacht.

Präsident Petro Poroschenko erinnerte bei den Gedenkfeierlichkeiten an die rund 3,5 Millionen ukrainischen Toten infolge sowjetischer Enteignungen und Zwangskollektivierungen – nicht ohne dabei einen Bezug zur Gegenwart herzustellen.

“Einen Feind zu haben, der in unser Land einfällt, lässt uns die Ereignisse von 1932-33 überdenken. Es war dasselbe: ein nicht erklärter Krieg gegen die Ukraine”, sagte Poroschenko in Anspielung an die Ereignisse im Osten des Landes.

Zu kommunistischen Zeiten noch ein Tabuthema, ist die Leugnung des Holodomor in der Ukraine seit 2006 gesetzlich unter Strafe gestellt. Das Thema ist komplex, trotzdem wünschen sich viele Aktivisten eine offizielle Einstufung der damaligen Ereignisse als Genozid.

Andere sehen den Jahrestag als Inspiration, sich nicht zum Opfer machen zu lassen. “Wir müssen unsere Kräfte bündeln, uns zusammenschließen. Das ist es, was wir aus dem Holodomor lernen”, sagt eine junge Mutter in Kiew. “Es ist ein trauriger Jahrestag für mich. Meine Tochter wurde vor genau einem Jahr geboren und ich will mir nicht vorstellen, dass meiner Familie soetwas zustößt.”

euronews-Korrespondentin Angelina Kariakina: “Der diesjährige Jahrestag des Holodomor ist für viele Ukrainer besonders aufgeladen. Viele fühlen sich von den Ereignissen auf der Krim und im Osten angestoßen, das sowjetische Kapitel ihrer Geschichte neu zu überdenken und damit eine Hinwendung zu Europa zu demonstrieren.”