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Letzter Schritt in die Demokratie: Tunesien zählt Stimmen der Präsidentschaftswahl

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Letzter Schritt in die Demokratie: Tunesien zählt Stimmen der Präsidentschaftswahl

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In Tunesien haben die Auszählungen der ersten freien Präsidentschaftswahl seit dem Sturz Zine el-Abidine Ben Alis vor drei Jahren begonnen.

Die Wahlbeteiligung war geringer als bei den vorangegangenen Parlamentswahlen, anderthalb Stunden vor Wahlschluss lag sie bei gut 54 Prozent.

Das Ergebnis wird für Dienstag erwartet, die zwei aussichtsreichsten Kandidaten verkündeten schon jetzt optimistisch ihren Sieg. Doch erste Hochrechnungen legen nahe, dass es zu einer Stichwahl Ende des Jahres kommen wird.

Der 87-jährige Béji Caïd Essebsi liegt demnach vorn, verfehlt aber die absolute Mehrheit knapp. Er verspricht wirtschaftliche und politische Stabilität, seine säkulare Partei erzielte bei der vorangegangen Parlamentswahl ebenfalls das beste Ergebnis.

Zweitplatziert ist voraussichtlich der amtierende Übergangspräsident Moncef Marzouki – ein bekannter Menschenrechtler, der jetzt vor der Rückkehr zu einem de-facto-Einparteiensystem warnt.

In Marzoukis Heimatstadt kam es am Sonntag aber zu Protesten gegen den Übergangspräsidenten und mindestens einer Verhaftung.

Tunesien, wo der Arabische Frühling 2011 seinen Ausgang nahm, gab sich Anfang des Jahres eine neue Verfassung. Das Land gilt als stabil und unter den betroffenen Staaten als erfolgreichstes Beispiel des Wandels.