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Anschlag auf "Charlie Hebdo": Diese 12 Menschen starben im Kugelhagel

12 Tote, vier Menschen in Lebensgefahr und viele Verletzte. Bei dem Anschlag auf das Satire-Magazin “Charlie Hebdo” starben Redakteure

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Anschlag auf "Charlie Hebdo": Diese 12 Menschen starben im Kugelhagel

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12 Tote, vier Menschen in Lebensgefahr und viele Verletzte. Bei dem Anschlag auf das Satire-Magazin “Charlie Hebdo” starben Redakteure, Karikaturisten und Polizisten. Wer waren die Opfer? Eine Rückschau in alphabetischer Reihenfolge.

Frédéric Boisseau, seit 15 Jahren Mitarbeiter der Firma Sodexo, arbeitete als Reinigungskraft in der Redaktion von “Charlie Hebdo”. Er ist das erste Opfer des Angriffs.

Als Brigadier und Mitglied des Bodyguard-Dienstes SDLP war Franck Brinsolaro verantwortlich für den Schutz des Zeichners Charb. Der 48-Jährige diente zwei Jahre in Afghanistan. Vor Kurzem hatte er geheiratet. Das Paar hat zwei Kinder, darunter ein Baby von 13 Monaten.

Der 76-jährige Jean Cabut war eine einer der bekanntesten Karikaturisten Frankreichs. Er sagte: “Jede Religion ist eine Ideologie. Wir können alle Ideologien kritisieren. Ich sehe keinen Grund, warum man das nicht machen sollte und auch weiterhin tun sollte.” Seit seiner Zeit bei der Armee in Algerien war “Cabu” überzeugter Antimilitarist. Die bekannteste Figur des Zeichners, “Mon Beauf”, der durchschnittliche Franzose als vulgärer, sexistischer und rassistischer Mann im Jogginganzug, schaffte es sogar zu einem Eintrag ins Wörterbuch.

Die Psychoanalytikerin Elsa Cayat schrieb eine Gesellschaftskolumne bei “Charlie Hebo”. Sie hat Bücher zu den Themen Sexualität und Begehren geschrieben. Ihre Cousine und Filmproduzentin Sophie Bramly beschreibt sie in einem Interview als “in allem sehr engagiert”.

Seit 2009 war der 47-jährige Stéphane Charbonnier Chefredakteur des Satire-Magazins und bereits mehrfach Ziel von Drohungen und Angriffen. In einem Interview sagte er: “Wenn man anfängt Angst zu haben, ist das das Ende der Schlagzeilen, der Polemik, man macht keine Zeitung mehr, es ist das Ende der Pressefreiheit.” Seitdem “Charb” die Mohammed-Karikaturen verantwortete, stand er unter Personenschutz. Sein Name stand für das Beharren auf dem Prinzip der Meinungsfreiheit.

Der 73-jährige Zeichner Philippe Honoré, genannt “Honoré”, arbeitete auch für die “Libération” und “Le Monde”.

Der 68-jährige Wirtschaftswissenschaftler Bernard Maris gehörte zu der Gruppe, die “Charlie Hebdo” 1992 wieder auflegten.

Der 42-jährige Polizist Ahmed Merabet verfolgte die Attentäter. Verletzt auf dem Boden liegend wurde er kaltblütig erschossen. Vor zehn Jahren war er als Fahrrad-Polizist der Polizei im 11. Arrondissement beigetreten.

Der Korrektor Mustapha Ourrad arbeitete seit gut zehn Jahren bei “Charlie Hebdo”. Der in Algerien geborene Waise kam im Alter von 20 Jahren nach Frankreich.

Der ehemalige Stabschef des Bürgermeisters von Clermont-Ferrand und Journalist Michel Renaud war zu Besuch in der Redaktion. Er nahm an der Redaktionssitzung teil.

Der 57-jährige Karikaturist Bernard Verlhac veröffentlichte unter dem Künstlernamen “Tignous” – der Spitzname bedeutet “kleiner Nachtfalter” auf okzitanisch. Der Künstler hat zahlreiche eigene Bücher publiziert.

Ebenso wie “Cabu” begann auch der 80-jährige Georges Wolinski seine Karriere als Zeichner beim Wochenmagazin “Hara-Kiri”: “Humor bedeutet, dass man sich kein Thema verbietet. Man darf vor nichts zurückschrecken, außer vor Boshaftigkeit. Wir sind unverfroren, aber nicht boshaft”, so Wolinski. Seine Zeichnungen unter dem Titel “Monsieur” bei “Charlie Hebdo”, Kommentare zur französischen Gesellschaft, machten ihn berühmt.