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Logistische Herausforderung: Wie verteilt man Millionenauflage von Charlie Hebdo

Fünf Millionen statt 60.000 Exemplaren: Die Nachfrage nach der aktuellen Ausgabe von "Charlie Hebdo" ist groß. Für Nummer 1178, das Heft nach dem Attentat, hat der Vertreiber des Satiremagazins kräfti

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Logistische Herausforderung: Wie verteilt man Millionenauflage von Charlie Hebdo

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“Charlie” Nummer 1178 war und ist eine besondere Herausforderung für MLP (Les messageries de la Presse Lyonnaise), den Vertreiber des seit spätestens einer Woche international bekannten Satiremagazins. Vom kleinen Saint-Quentin-Fallavier in der Nähe von Lyon steuern Eric Desmarey und seine Kollegen die Verteilung. Die gedruckten Exemplare werden an geheimen Orten gelagert.

Meinung

Wir beliefern die Händler so lange, wie es nötig ist, wir bringen 'Charlie Hebdo' immer wieder in die Geschäfte.

Drei Millionen sollten bis Ende der Woche ausgeliefert werden, hieß es noch bis vor dem Erscheinen der Ausgabe. Inzwischen ist die Zahl auf fünf Millionen gestiegen. “Normalerweise brauchen wir nur ein oder zwei Lastwagen um ‘Charlie Hebdo’ auszuliefern, so Desmarey. “Für die aktuelle Ausgabe sind etwa 20 im Einsatz.” Auch das Personal wurde aufgestockt: 30 Mitarbeiter nehmen die Bestellungen der Händler oder Kioske entgegen, das seien zehn Mal mehr als sonst. Zudem ist die Zahl der Verkaufsstellen in Frankreich für diese Ausgabe höher: 27.000 statt 20.000 Geschäfte und Kioske werden Nummer 1178 verkaufen. Auch im Ausland ist die Nachfrage groß: Statt wie sonst 4000 will MLP 300.000 Exemplare der aktuellen Ausgabe exportieren.

“Wir können pro Tag 600.000 Exemplare in den Handel geben”, so Desmarey. Normalerweise sind es 60.000 pro Woche, die acht Tage lang verkauft werden. “Diese besondere Ausgabe wird zwei Monate im Handel bleiben”, erklärt der Vertriebschef weiter. “Wir beliefern die Händler so lange, wie es nötig ist, wir bringen ‘Charlie Hebdo’ immer wieder in die Geschäfte.”

Die vorherige Nummer ist am Tag des Anschlags erschienen. Die Preise für die vergriffene Ausgabe schnellten in die Höhe. Im Internet werden sie für Zehntausende Euro angeboten. Einen Nachdruck wird es jedoch vorerst nicht geben, so Desmarey. “Der Verlag hat sich dazu entschieden, die vorletzte Ausgabe jetzt nicht wieder zu drucken. Wir wollen uns voll auf die ‘Überlebens’-Ausgabe konzentrieren anstatt auf die vorige, die zu sehr mit dem Drama verbunden wird.”