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Yanis Varoufakis, "enfant terrible" aus Griechenland - Medienreaktionen

Er trägt einen langen schwarzer Mantel beim Staatsbesuch in England, fährt mit dem Motorrad zur Arbeit und meidet Krawatten. Der neue griechische

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Yanis Varoufakis, "enfant terrible" aus Griechenland - Medienreaktionen

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Er trägt einen langen schwarzer Mantel beim Staatsbesuch in England, fährt mit dem Motorrad zur Arbeit und meidet Krawatten. Der neue griechische Finanzminister Yanis Varoufakis wird als interessantester Mann Europas gehandelt. Seit Montag reist der junge Wirtschaftsprofessor durch Europa, um mit seinen europäischen Amtkollegen auf Tuchfühlung zu gehen. Denn auch über die Staatsschulden Griechenlands will er verhandeln. Die Medien jedenfalls, lieben den sportlichen Mann mit der Glatze aus Athen bereits…

Wer sich mit Photoshop auskennt, so scheint es, lässt seiner Kreativität freien Lauf.

Nach dem Sieg der linken Syriza bei der Parlamentswahl und der Vereidigung von Alexis Tsipras zum Ministerpräsident der Hellenen, hatte Varoufakis kurzer Hand selbst auf Twitter angekündigt, dass er sich ab sofort um die Finanzen des hoch verschuldeten Staates kümmern werde. Eine offizielle Ankündigung von Alexis Tsipras wartete er nicht ab. Auch auf seinen Blog spricht Varoufakis gerne mal Klartext. Bei dieser Montage bleibt Alexis Tsipras trotz seines provokanten Kopiloten Kapitän des Weltraumschiffs…

Die Varoufakis gewidmete Aufmerksamkeit verlanlasst die schweizer Tageszeitung *Le Temps* dazu, ihren Artikel mit dem Aufmacher "Varoufakis hat Tsipras die Show gestohlen" zu beginnen.

Varoufakis ist für seine Provokationen bekannt – sei es durch Äußerungen oder seine Kleidungswahl. “Egal was Deutschland sagt oder tut, es muss in jedem Fall bezahlen”, hatte er hinsichtlich der deutschen Entschlossenheit, Griechenland keine Schulden zu erlassen, gesagt. In einem Interview mit der Zeit sagte er, dass Deutschland den Griechen nicht trauen müsse, ihnen aber zuhören solle.

Dass er nichts von Maßanzug und Krawatte hält zeigte er bei seinem Treffen mit Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem: Mit aufgeknöpftem, türkisfarbenen Hemd lehnte sich Varoufakis entspannt in seinem Sessel zurück.

Als ziemlich "rock 'n' roll" wird der Kleidungsstil des Griechen von der französischen Wochenzeitung Le Journal du Dimanche beschrieben.

Die britische Zeitung “The Guardian” findet ihn "erfrischend normal", bemerkt aber auch, dass sein schwarzer langer Mantel “einem Mantel gleicht, den Putin auf Bärenjagd tragen würde”.

Doch wie kommt es, dass der ungewöhnliche Varoufakis Finanzminister werden konnte? In diesem Tweet aus Griechenlandheißt es: “Weil er der einzige ist, der einen einhändigen Handstand machen kann”.