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Freispruch für Serbien und Kroatien in Haager Völkermordprozess

Die Vorwürfe stammen aus dem Krieg nach Jugoslawiens Zerfall. Beide Seiten hätten Verbrechen verübt, urteilte das Gericht: Die Absicht eines Völkermords sei aber nicht nachgewiesen worden.

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Freispruch für Serbien und Kroatien in Haager Völkermordprozess

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Sowohl Serbien als auch Kroatien sind vom Internationalen Gerichtshof freigesprochen worden.

Beide Lände hatten sich gegenseitig wegen Völkermords verklagt.

Diese Vorwürfe stammen aus dem Krieg nach dem Zerfall Jugoslawiens, von 1991 bis 1995.

Beide Seiten hätten Verbrechen verübt, urteilte das UNO-Gericht im niederländischen Den Haag.

Die Absicht eines Völkermords sei aber nicht nachgewiesen worden.

Kroatiens Regierungschef Zoran Milanović will sich damit nicht so richtig abfinden.

Er ist unzufrieden, weil die eigene Klage abgewiesen wurde, aber zufrieden mit der Abweisung der serbischen Klage.

Was aus kroatischer Sicht passiert sei, sei hier bestätigt worden, sagt Milanović – ernsthafte Kriegsverbrechen nämlich und ethnische Säuberung.

Der Gerichtshof wies Kroatiens Klage aber mit großer Mehrheit ab, Serbiens Gegenklage sogar einstimmig.

Trotzdem ist man auf serbischer Seite zufriedener.

Das Haager Urteil sei für Serbien und die Serben enorm wichtig, sagt Staatspräsident Tomislav Nikolić.

Die üblichen Klischees über die Geschehnisse von damals seien gekippt worden.

Ethnische Säuberungen könnten durchaus Völkermord bedeuten, stellten die Richter fest; es müsse dabei aber eine Absicht bestehen, die jeweilige Bevölkerungsgruppe zu vernichten.

Für das Gericht war das im serbisch-kroatischen Krieg vor gut zwanzig Jahren nicht der Fall.