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Jordanischer Sicherheitsexperte: "Keine Bodenoffensive gegen IS-Milizen"

Die Witwe des getöteten jordanischen Soldaten Muaz al-Kasaesbeh trauert. Ihr Land und ihr Stamm schwören Rache. Der Oberleutnant der jordanischen

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Jordanischer Sicherheitsexperte: "Keine Bodenoffensive gegen IS-Milizen"

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Die Witwe des getöteten jordanischen Soldaten Muaz al-Kasaesbeh trauert. Ihr Land und ihr Stamm schwören Rache. Der Oberleutnant der jordanischen Luftwaffe wurde von der Organisation Islamischer Staat ermordet, die Verbrennung des 26-Jährigen löste weltweit Entsetzen aus. Warum wichen die Dschihadisten im Fall des Jordaniers von ihrer bisherigen Vorgehensweise ab, ihre Opfer zu köpfen, fragte euronews-Reporter Mohammed Shaikhibrahim den ehemaligen jordanischen General und Sicherheitsexperten Fayez Doueri:

“Zuallererst weil er Soldat war. Die vor ihm Hingerichteten waren Zivilisten, Journalisten oder Mitarbeiter von Hilfsorganisationen”, sagt Doueri. “Chtague, einer der IS-Anführer, hat sich sofort nach der Gefangennahme des Piloten die Frage gestellt, wie man ihn auf eine symbolträchtige Weise ermorden könne. Ich habe gelesen, dass man sich dann dafür aussprach, ihn bei lebendigem Leib zu verbrennen”, so der ehemalige General weiter.

Jordaniens König Abdullah hat einen “gnadenlosen Krieg” angekündigt, um die Ermordung des Soldaten zu sühnen und ließ Kampfflugzeug der königlichen Luftwaffe aufsteigen, um IS-Stellungen zu bombardieren. Für weitergehende Schritte braucht das Land aber Hilfe von außen, meint Fayez Doueri:

“Jordanien wird seine Zusammenarbeit mit der internationalen Koalition verstärken. Es wird mehr Luftangriffe gegen Stellungen oder gezielt gegen Anführer der Organisation Islamischer Staat geben. Wenn Jordanien denn genaue Angaben über Ziele bekommt”, erläutert Doueri. “Von einer Bodenoffensive gegen die IS-Milizen ist zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Rede. Denn für solche Operationen braucht es die richtigen Bedingungen, und Jordanien verfügt nicht über die notwendigen Mittel dafür. Es bräuchte einen panarabischen und internationalen Beschluss, den es aber nicht gibt. Jordanien kann sich 350 Kilometer von seiner Grenze entfernt keinen Krieg erlauben”, sagt Doueri.

Doch nicht alle Jordanier sind im Kampf gegen die Organisation Islamischer Staat vereint. Es gibt auch solche, die mit den Islamisten sympathisieren – offen oder im Verborgenen. Schätzungen zufolge kämpfen in Syrien und Irak bis zu 2500 Jordanier auf Seiten der IS-Milizen.